Sun und Fujitsu auf dem Rückzug

Drastischer Umbruch im Unix-Markt

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Die Schar der Unix-Anbieter schrumpft. Nach Fujitsu steht wohl bald der Rückzug von Oracle/Sun bevor. Übrig blieben IBM, HP und Bull. Was das für Anwender bedeutet, erklärt Experton.
Macht Anwendern Mut, obwohl sich erst einmal ein Duopol abzeichnet: Experton-Analyst Andreas Zilch.
Macht Anwendern Mut, obwohl sich erst einmal ein Duopol abzeichnet: Experton-Analyst Andreas Zilch.
Foto: Joachim Wendler

Die Anwender von Unix-Servern müssen sich auf ein ungewohntes Marktumfeld in den kommenden Jahren einstellen. „Der Unix-Markt wird sich relativ schnell und drastisch verändern“, prophezeit Analyst Andreas Zilch von Experton. „Von den Anwendern werden kurzfristig strategische Entscheidungen gefordert, die mittelfristig konsequent umgesetzt werden müssen.“

Hintergrund dieser Entwicklung ist, dass das seit Jahren bestehende Anbieter-Oligopol schrumpft und sich die Kräfte auf dem Markt verschieben. Ein verantwortlicher Faktor für die Störung des Gleichgewichts ist unter anderem die Übernahme von Sun durch OracleOracle, das in diesem Geschäftsfeld nach Experton-Einschätzung kaum noch Ambitionen hat. IBMIBM entwickelt sich vor diesem Hintergrund vom bloßen Mitspieler zu einem beherrschenden Akteur, der außer HPHP kaum noch Konkurrenten hat. Alles zu HP auf CIO.de Alles zu IBM auf CIO.de Alles zu Oracle auf CIO.de

Perdu scheinen jedenfalls die Zeiten des alten Gleichgewichts mit den drei Betriebssystemen AIX, HP/UX und Solaris sowie fünf Anbietern im Service-Bereich: IBM, HP, Sun, Fujitsu und Bull. Die Marktführerschaft nach Technologie und Umsatz wechselte hin und her, was laut Experton beste Folgen für die Anwender hatte: ein gesundes Maß an Wettbewerb und Auswahl mit positiven Auswirkungen auf die Kosten.

IBM bekommt starke Stellung

Dieser Zustand ist bereits vorbei – und dürfte es bleiben. IBM sei lange Zeit die dritte Kraft im Markt gewesen, habe aber über die vergangenen Quartale beständig an Marktanteilen zugelegt, so Experton. Mittlerweile liegen diese bei über 50 Prozent, wie Experton unter Berufung auf IDC-Angaben berichtet. „Die technologische Roadmap ist für die Power-Entwicklung auch in Zukunft sehr solide“, meint Analyst Zilch.