Deutsche Angestellte schummeln seltener

Drei von zehn Europäern feiern gelegentlich krank

15. Januar 2008
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Ob zu viel Stress oder zu wenig Lust - 27 Prozent der europäischen Arbeitnehmer geben zu, im Jahr 2007 gelegentlich blau gemacht zu haben, ohne wirklich krank gewesen zu sein. Unter den Deutschen macht so etwas nur jeder fünfte, wie eine Umfrage des Portals Monster ergeben hat.
73 Prozent der europäischen Arbeitnehmer schwänzen nie, sagen sie.
73 Prozent der europäischen Arbeitnehmer schwänzen nie, sagen sie.

An zu wenig Urlaub scheint es nicht zu liegen, wie das Beispiel Dänemark zeigt: Während es sich im europäischen Durchschnitt nur neun Prozent der Angestellten erlauben, mehr als vier Tage unberechtigt krank zu feiern, sind es dreizehn Prozent der Dänen. Dabei haben sie Anspruch auf 30 Tage Urlaub.

Meist bleiben die Europäer nur ein bis zwei Tage ungerechtfertigt zu Hause. Das sagen zumindest zwölf Prozent der Umfrageteilnehmer. Sechs Prozent geben an, drei bis vier Tage zu schwänzen.

Ein genauerer Blick auf die Deutschen zeigt folgendes Bild: 80 Prozent nehmen für sich in Anspruch, noch nie eine Krankheit vorgetäuscht zu haben. Einen bis zwei Tage haben acht Prozent erschummelt, drei bis vier Tage drei Prozent. Und neun Prozent haben länger als vier Tage gefehlt, ohne tatsächlich krank gewesen zu sein.

Marco Bertoli, Geschäftsführer Zentraleuropa bei Monster, deutet die Ergebnisse dahingehend, dass sich die Deutschen am Arbeitsplatz wohlfühlen. Ob das der Grund ist oder die Angst vor negativen Konsequenzen - oder gar die deutsche Gründlichkeit - sei dahingestellt.