Interview mit Matthias Hartmann

"Durch Geschäftsmodelle differenzieren"

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Innovative Produkte allein reichen nicht mehr. Künftig entscheiden Geschäftsmodelle über die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens. Das meint Matthias Hartmann, Geschäftsführer IBM Deutschland und Leiter der Global Business Services.

CIO.de: IBM hat eine Werbekampagne mit dem Thema Innovation gestartet.Was verstehen Sie darunter?

Matthias Hartmann: Wir haben gerade unsere CEOStudie veröffentlicht. Mehr als 760 Unternehmenschefs in aller Welt haben wir persönlich interviewt. Das wichtigste Ergebnis: InnovationInnovation ist das beherrschende Thema der Unternehmen in diesem Jahr. Innovation ist in diesen Zeiten mit hoch kompetitiven Märkten, wo Unternehmen in der Globalisierung ihre Position finden müssen, einer der wesentlichen Wege, um sich zu differenzieren und das Geschäft in der Folge wieder zum Wachstum zu bringen. Das Potenzial für Kostenreduzierung ist erschöpft. Deshalb fragen wir: Was macht Unternehmen so besonders, und wie heben sie sich vom Wettbewerb ab? Alles zu Innovation auf CIO.de

CIO.de: Wie definieren Sie das Thema Innovation?

Hartmann: Wir betrachten das Thema Innovation nicht nur aus der reinen IT-Sicht, wo Innovation natürlich auch eine wesentliche Rolle spielt, sondern aus der Perspektive des gesamten Unternehmens. Innovation umfasst für uns die Umsetzung neuer Ideen, die zu signifikanten Veränderungen führt. Dabei geht es nicht nur um Erfindungen, sondern um alle Aspekte des Geschäfts, wie etwa Geschäftsprozesse und auch völlig neue Geschäftsmodelle – und stets darum, Innovationen im Unternehmen anwendbar zu machen.

CIO.de: Wie kann IBM dabei helfen?

Hartmann: Wir sind mittlerweile eine Firma, die Unternehmen im geschäftlichen Kontext hilft, sich im Markt zu positionieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Für uns ist es elementar wichtig zu verstehen, wohin sich das Geschäft unserer Kunden entwickeln wird. Wir schauen natürlich, welche Rolle die Technologie spielt, um Unternehmen neu und innovativ auszurichten.Wir haben aber bewusst einen breiten Innovationsbegriff, der das Business mit der Technologie verbindet. Erst die Fusion dieser beiden Bereiche ermöglicht Unternehmenserfolg.

CIO: Es geht Ihnen also nicht nur um neue Technologie, um neue Server und Computer?

Hartmann: In der Vergangenheit wurde der Begriff Innovation vorwiegend mit Neuerungen im Produktbereich oder mit neuen Technologien assoziiert. IBMIBM meldet etwa jedes Jahr Tausende von Patenten an. Nur deswegen allerdings zu behaupten, man sei ein innovatives Unternehmen, ist zu kurz gesprungen. Es geht um Innovation in einem größeren Zusammenhang: Darum, Innovation als Teil des Geschäftsmodells zu definieren, der für den Kunden neue Wettbewerbsvorteile generiert. Natürlich spielen dabei Technologie und Innovation in der Technologie eine Rolle, wichtiger ist aber die Verschmelzung von Technologie auf der einen und dem Verständnis von Märkten und der Positionierung des Kunden in einer globalisierten Welt auf der anderen Seite. Alles zu IBM auf CIO.de

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