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Forrester über Internet of Things

Dynamisches Chaos im IoT-Markt

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und beschäftigt sich mit Rechtsurteilen, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.

5 Leistungsmerkmale von IoT-Plattformen

Genau an dieser Stelle wird nach Einschätzung der Analysten eine weitere neue Software-Plattform nötig. Warum braucht es das? "Weil IoT Computing auf ein neues Gebiet physischer Geräte und Infrastruktur ausweitet und die Kunden mit einer Vielzahl neuer operativer Szenarien und neuer Geschäftsstrategien verbindet", antworten die Autoren der Studie. "Das erfordert spezialisierte Software-Tools." Fünf Leistungsmerkmale werden demnach von den neuen Plattformen abgedeckt:

1. Connect - Herstellung und Steuerung einer Verbindung vom Gerät ins Internet: Forrester nennt als Anbieter Aeris, Japser Technologies, Kore Telematics und M2Mi. Für IoT-Geräte mit weitreichender Carrier-Konnektivität böten deren Plattformen Funktionalitäten zur Steuerung multipler Carrier-Beziehungen an; ebenso Device Management "over-the-air" und spezielles Billing Management. Für IoT-Geräte, die lokale Konnektivität verwenden, bieten die Plattformen Support und Management für diverse besondere Netzwerk-Protokolle wie etwa M-Bus für Metering-Lösungen.

2. Secure - Schutz für Daten, Software, Konnektivität, Identität und Betrieb: Dieser Bereich umfasst unter anderem auch sichere Software-Upgrades, Zugangsmanagement und Data Loss Prevention (DLP). Laut Forrester sind die Funktionalitäten typischerweise in Intrusion Detection Systems und ins Zugangsmanagement eingebaut.

3. Manage - Kontrolle von Beschaffung, Wartung und Betrieb der IoT-Geräte: IoT-Plattformen wie Axeda und Dado Labs erlauben es den Unternehmen, den Betrieb von vernetzten Produkten und Gütern leicht zu konfigurieren und zu starten - auch wenn einer Vielzahl an Geräten im Einsatz sind.

4. Analyze - Transformation von Daten in relevante Informationen und Handlungen: "Analytics für IoT ist ein neues Spielfeld mit Funktionen wie Data Filtering, Streaming Analytics zur Datenbeobachtung in Echtzeit und Advanced Analytics zum Herausschälen versteckter Erkenntnisse", so Forrester Research. Plattformen wie Predix von GE und Maximo von IBMIBM böten darüber hinaus Predictive Analytics. Alles zu IBM auf CIO.de

5. Build - Schaffung einer Applikations- und Datenintegrationsplattform für IoT: Forrester nennt als Beispiel die Agile IoT-Plattform von Ayla. Sie mache es Entwicklern leicht, Codes, Business Rules und Data Management zu kreieren. Zugleich sei eine Integration mit IoT-spezifischer Konnektivität, Sicherheit und Manageability gegeben. Derartige Plattformen bieten auch Entwicklungs- und Scripting-Tools sowie API-Links und API-Schnittstellen zu Enterprise-Anwendungen von IBM, MicrosoftMicrosoft, SAPSAP und OracleOracle an. Alles zu Microsoft auf CIO.de Alles zu Oracle auf CIO.de Alles zu SAP auf CIO.de

In der momentanen, chaotischen Phase entwickeln Anbieter wie Axeda oder Devicify ihr IoT-Plattform-Angebot gezielt für Produktentwickler und Business-Einheiten. Eine Vielzahl an Funktionalitäten ist laut Forrester in die einzelnen Produkte eingebaut, so dass die Zielgruppe sie ohne Einbindung der IT-Abteilung nutzen kann. Diese Features seien ähnlich aufgebaut wie bekannte Security-, Reporting-, Analytics- und Anwendungsentwicklungs-Tools. Zum Teil sind es sogar schlichte Verdopplungen. Es kommt also derzeit zu einer Reihe an Überschneidungen von IoT- und Enterprise-Plattformen.

Für die kommenden Jahre erwartet Forrester, dass die bekannten Anbieter von Enterprise Software in ihre Systeme IoT-Funktionalitäten einbauen. Gleichzeitig sei damit zu rechnen, dass die IoT-Spezialisten ihren Support für APIs und Interconnects ausbauen. Bis 2019 ist vor diesem Hintergrund von einer Periode überlappender Angebote und sich schnell entwickelnder Architekturen auszugehen.

Strategie für CIOs

CIOs sollten deshalb sorgfältig die Evolution der Systeme planen, rät Forrester. Heißt: Kurzfristig die Stärken und Vorzüge der spezialisierten IoT-Plattformen mitnehmen; aber zugleich langfristig die Weiterentwicklung der Enterprise-Anbieter bei Anwendungsentwicklung, Integration und Analytics einkalkulieren.

Ab 2020 ist nach Einschätzung der Analysten mit Stabilität zu rechnen. Die Überkomplexität der Angebote wird sich reduzieren, integrierte Plattformen werden auf dem Markt sein. Forrester geht davon aus, dass sich dann auch Oracle, GoogleGoogle und Pegasystems um das IoT-Feld kümmern, so wie es IBM, Microsoft, SAP und Salesforce bereits begonnen haben. Alles zu Google auf CIO.de

IBM, SAP & Co entwickeln IoT-Funktionen

Aktuell ist die Lage bei den Branchenriesen also heterogen. IBM habe IoT schon längere Zeit als Teil seiner Smarter Planet-Strategie im Fokus, so Forrester Research. Ende 2014 seien IoT-Funktionen in IBM Bluemix eingebaut worden. Microsoft habe ebenfalls Ende vergangenen Jahres die Entwicklung von Azure Intelligent Systems angekündigt; SAP wolle IoT-spezifische Funktionalitäten in die SAP HANA Cloud einbauen. Salesforce biete bereits den Wear Developer-Pack an - ein spezifisches Angebot für das Feld der Wearable Devices.

3 Kategorien von IoT-Plattformen

Neben den großen Software-Anbietern unterteilt Forrester das IoT-Plattform in drei Kategorien:

  • Es gibt unter den Anbietern Generalisten, die eine breite Palette an Funktionalitäten bereitstellen

  • Außerdem gibt es Anbieter von Wireless Management-Plattformen, die eine breite Nutzung von Netzwerkoperatoren ermöglichen.

  • Schließlich adressieren Anbieter mit Branchenfokus die Anforderungen spezifischer Märkte und Use Cases.

Hinzu kommen Pakete, die von Mobilfunkanbietern und Systemintegratoren geschnürt werden. In hochgradig dynamischen und unvorhersehbaren Zeiten sieht Forrester Research in ihnen natürliche Verbündete der CIOs. Diesen empfehlen die Analysten, offen für IoT-Plattformen zu sein - auch wenn viele Anbieter kleine und junge Firmen seien. Es sei ratsam, eine IoT-Strategie zu entwickeln, um mit der Road Map der eigenen Software-Partner im Gleichschritt marschieren zu können. Und man sollte sich darauf einstellen, mit einem massiven Volumen an neuen Daten konfrontiert zu werden.

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