Kein Vertrauen unter Kollegen

E-Mails verschlechtern Teamarbeit

29. April 2014
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Wenn Kollegen von Angesicht zu Angesicht sprechen, vertrauen sie sich deutlich mehr als bei der Kommunikation via Mail und Videokonferenzen. Das ergab eine Studie der University of Illinois.
E-Mails verschlechtern die Teamarbeit.
E-Mails verschlechtern die Teamarbeit.
Foto: jeremias münch - Fotolia.com

E-Mail-Kommunikation und Videokonferenzen sparen uns eine Menge Zeit, aber sie machen unsere Arbeit nicht unbedingt besser. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der amerikanischen University of Illinois, die auf Betriebswirtschaft spezialisiert sind.

Gregory Northcraft, Professor für Executive Leadership, sagt: Weil High-Tech-Kommunikation die persönliche Interaktion unterbindet, entsteht kein Vertrauen unter Mitarbeitern. Aber genau das wäre die Voraussetzung dafür, dass alle an einem Strang ziehen.

"Die Technologien haben uns effizienter, aber viel weniger effektiv gemacht", weiß er. Was wir an Zeit gewinnen, büßen wir bei der Qualität der Beziehungen ein.

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Vor allem bei der Projektarbeit sei die Qualität der Beziehungen entscheidend. Wenn Teilnehmer ihren Kollegen nicht vertrauen, sinkt schnell auch das eigene Verantwortungsgefühl. Und wenn alle so an die Aufgaben herangehen, falle schnell die Leistungsbereitschaft des Teams ab.

Um seine Thesen zu untersuchen, ließ Northcraft zwei Studentengruppen Teamaufgaben lösen. Die einen kommunizierten von Angesicht zu Angesicht, die anderen nur via E-Mail und Videokonferenzen.

Einsatz von E-Mails und Videokonferenzen überdenken

Die Ergebnisse waren eindeutig: Das größte Teamvertrauen spürten die Teilnehmer bei persönlichen Besprechungen. An zweiter Stelle lagen die Videokonferenzen, an dritter die Mails. Auch im Projektergebnis erreichten die direkt kommunizierenden Teilnehmer ein höheres Niveau. Frühere Studien bestätigen dieses Ergebnis.

Aus den Resultaten heraus empfiehlt Professor Northcraft Unternehmen, ihren hohen Einsatz von Technologien zu überdenken. Wer sich nur auf die Technologien beschränke, limitiere die Teamarbeit. Im schlimmsten Fall werden die Aufgaben nicht zufriedenstellend gelöst.

Wer nicht auf Technologien verzichten kann, sollte zumindest Kompromisse einplanen. Die könnten zum Beispiel so aussehen, dass Projektteams sich regelmäßig begegnen und in der Zwischenzeit elektronisch per MailMail und über Videokonferenzen kommunizieren. Alles zu Mail auf CIO.de

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