Der Spar-Effekt verflüchtigt sich, das Potenzial bleibt groß

E-Sourcing für Fortgeschrittene

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Die Einspar-Effekt durch E-Sourcing – elektronische Beschaffung - nimmt ab: Seit 2005 ist er für jeden Einsatz dieses Mittels von 14,3 auf 11,9 Prozent im Schnitt gesunken. Kurz gedacht wäre das ein Grund, am Nutzen zu zweifeln. Zu kurz gedacht, stellen die Analysten von Aberdeen klar: Schlaue Firmen wüssten, dass weniger Kosten nur ein Vorteil sind – und etwa ein optimierter Prozess genau so schwer wiegt.
Diese Faktoren motivieren die Nutzer von E-Sourcing.
Diese Faktoren motivieren die Nutzer von E-Sourcing.

Wie ein web- und tool-basiertes Liefer-Management in der Praxis funktioniert, beschreiben die Analysten mit diversen Beispielen. Die Brunswick Corporation etwa, ein auf dem Weltmarkt führender Hersteller von Sportbooten, benötigte einen schnelleren und effizienteren Weg, ihre Fracht-Ausgaben einzudämmen.

Brunswick griff auf eine „e-RFx“-Lösung zurück: Das Unternehmen holte in einem strukturierten Mehrebenen-Prozess Angebote von 20 Lieferanten ein. Diese gingen versiegelt ein, wo Spezialisten sie in eine Optimierungs-Maschine einspeisten.

Aus einer Fülle denkbarer Szenarien, in die verschiedene Kombinationen von Allokationen und Business-Zwängen einflossen, wählten sie eines, das zwar erheblich Kosten sparte, aber nicht das günstigste war. Dafür gewann das Team einen umfassenden Überblick über die Kosten-Komponenten ihrer über die ganze Welt verstreuten Zulieferer und konnte die Dauer des Liefer-Zyklus halbieren. Brunswick geht außerdem davon aus, auch künftig bei der Angebots-Auswahl Zeit zu sparen.

Fortgeschrittene E-Sourcing-Strategien sparen laut Aberdeen gegenüber Standard-Modellen im Schnitt zwölf Prozent ein. Charakteristisch ist ihre Mischung intelligenter Module: Angebots-Optimierung, Kosten-Modellierung, Product-Lifecycle-Sourcing sowie ein Bewertung-Raster, das entweder von Mitarbeitern gesteuert oder automatisiert erstellt wird.

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