Top 10 Großunternehmen - Horst Westerfeld, Land Hessen

Ein Drei-Viertel-Budget zum Jahreswechsel

25. November 2010
Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Hessen-CIO Horst Westerfeld hat zum letzten Jahreswechsel das Budget für den IT-Betrieb um 25 Prozent gekürzt und damit die interne IT zu mehr Effizienz getrieben.
Foto: Land Hessen, Horst Westerfeld

Wenn das Kabinett der CDU/FDP-geführten Landesregierung in Hessen tagt, redet Horst Westerfeld mit. Vor gut zwei Jahren lotste ihn der damalige Ministerpräsident Roland Koch als CIO nach Hessen. In dieser Funktion ist Westerfeld Mitglied des Kabinetts und muss seine IT-Strategie sowie seine Vorstellungen von Standards, Prozessen und Strukturen in der IT gegenüber selbstbewussten, starken und unabhängigen Verhandlungspartnern wie Justiz, Polizei und Finanzverwaltung vertreten.

Das kann er auch deshalb, weil er den Rückhalt seines obersten Vorgesetzten, des heutigen Ministerpräsidenten Volker Bouffier, genießt. "Es ist immens wichtig, dass der CIO im Vorstand beziehungsweise im Kabinett vertreten ist", schildert der Manager seine Erfahrung. "Nur so kann er auf Augenhöhe mit den Ressortchefs und Ministern diskutieren."

Gesprächsbedarf gab es in den vergangenen Monaten reichlich, denn ein fast abgeschlossenes Projekt zur Prozessoptimierung hat tief in die IT-Abläufe und -Organisation eingegriffen. Seit Oktober 2009 treibt der CIO das Vorhaben voran, das rund 30 Millionen Euro pro Jahr sparen soll. Ziel war es, ohne Qualitätsverlust und bei gleich bleibendem Umfang die Kosten des operativen Betriebs um 25 Prozent zu reduzieren. Um die eigene interne IT-Organisation unter Spannung zu halten, hat der CIO frühzeitig Fakten geschaffen.

Bereits zum 1. Januar 2010 wurden die Preise für die Ressorts wie versprochen gekürzt, noch bevor die internen IT-Projekte die erforderlichen Spareffekte zeitigten. Damit waren sowohl das zwölfköpfige Projektteam als auch die Strategieabteilung mit ihren rund 30 Mitarbeitern und die rund 770 Kollegen des internen Service-Providers gefordert. "Ohne Druck dauern solche ProjekteProjekte zu lange", begründet Westerfeld den frühen Start. "Plötzlich entstanden innerhalb des Service-Providers viele Sparinitiativen. Die Mitarbeiter haben selbst die internen Prozesse auf Redundanzen und Ineffizienz durchleuchtet." Alles zu Projekte auf CIO.de