Berthold Beitz

Ein ganzes Leben für Krupp

26. September 2013
Berthold Beitz war schon zu Lebzeiten eine Legende. Als Manager und herausragende Persönlichkeit beim größten deutschen Stahlkonzern ThyssenKrupp trug er 60 Jahre Führungsverantwortung. Im Zweiten Weltkrieg rettete er vielen hundert Juden das Leben. Beitz war am 30. Juli im Alter von 99 Jahren gestorben.

Bis kurz vor seinem Tod hatte sich der Manager an fast jedem Arbeitstag in sein Büro gegenüber der Villa Hügel fahren lassen. Als Kuratoriumschef der mächtigen Krupp-Stiftung übte er bis zuletzt auf den heutigen ThyssenKrupp-Konzern mit über 150.000 Beschäftigten erheblichen Einfluss aus. Beitz galt als einer der wichtigsten Manager der deutschen Nachkriegsgeschichte, der insbesondere auch half, die Brücken nach Osteuropa aufzubauen.

1913 geboren, hatte Beitz nach Abitur und einer Banklehre zunächst bei der Ölfirma Shell KarriereKarriere gemacht. Im Zweiten Weltkrieg schützte er als kaufmännischer Leiter der Karpaten Öl AG im besetzten Polen auch mit persönlichem Risiko jüdische Arbeiter vor der SS. Dafür erhielt Beitz später zusammen mit seiner Frau Else den Ehrentitel "Gerechter unter den Völkern" der israelischen Gedenkstätte "Yad Vaschem". Alles zu Karriere auf CIO.de

Nach einer eher zufälligen Begegnung mit Alfried Krupp von Bohlen und Halbach ernannte Krupp den ruhrgebietsfremden Manager 1953 zu seinem Generalbevollmächtigten. Nach Alfrieds Tod 1967 übernahm Beitz den Vorsitz der neu gegründeten Stiftung. Wenn er öffentlich als "der letzte Krupp" bezeichnet wurde, hat Beitz stets bescheiden abgewehrt. "Ich bin der letzte Beitz", sagte der Vater von drei Töchtern. (dpa/rs)

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Thema: Karriere

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