Chronik

Ein Jahr brisanter Snowden-Enthüllungen

01. Juni 2014
Als vor einem Jahr erste Berichte über das Ausmaß der Überwachung durch die NSA aufkamen, ahnte vielleicht nur Informant Edward Snowden, dass dies erst die Spitze des Eisbergs war. Eine Auswahl der wichtigsten Enthüllungen:

6. Juni: Die britische Zeitung "Guardian" enthüllt ein geheimes US-Gerichtsurteil, das der NSA Zugriff auf Daten zu Millionen Telefonanrufen beim amerikanischen Telekom-Riesen Verizon verschafft.

7. Juni: Mit der zweiten Artikel-Welle erfährt die Öffentlichkeit von dem Programm PRISM, das dazu diene, in großem Stil Daten aus dem Internet abzuschöpfen.

21. Juni: Neue Berichte bringen den britischen NSA-Gegenpart GHCQ auf die Bühne. Er soll mit seinem gigantischen Programm Tempora Daten direkt aus transatlantischen Glasfaser-Kabeln abgreifen.

30. Juni: Der "Spiegel" berichtet, die NSA überwache in Deutschland Datensätze zu rund 500 Millionen Anrufen, E-Mails und SMS.

31. Juli: Mit XKeyscore wird ein Verwandter des Spähprogramms PRISM bekannt. Das Projekt verbinde ein weltweites Server-Netzwerk, das "fast alles aufzeichne, was ein Nutzer im Internet macht".

23. August: Spione spähen in eigener Sache: Mehrere NSA-Mitarbeiter hätten die Systeme dazu missbraucht, aktuelle oder frühere Geliebte zu überwachen, heißt es im "Wall Street Journal".

5. September: Die NSA unterwandert auch die Verschlüsselung von Daten, wie Medienberichte enthüllen. Der Abhördienst habe Schwachstellen in Verschlüsselungs-Verfahren eingeschleust.

14. Oktober: Die NSA sammele pro Jahr 250 Millionen Datensätze aus Adressbüchern von Internet-Nutzern, schreibt die "Washington Post".

23. Oktober: "Spiegel"-Informationen, dass der US-Geheimdienst ein Handy von Angela Merkel in Berlin abgehört habe, sorgen für ein politisches Erdbeben.

30. Oktober: Die NSA klinke sich in den Datenverkehr zwischen den Rechenzentren von GoogleGoogle und Yahoo ein, berichtet die "Washington Post". Die Internet-Riesen fangen an, den Verkehr zu verschlüsseln. Alles zu Google auf CIO.de

5. Dezember: Der US-Geheimdienst speichere die Aufenthaltsorte hunderter Millionen Handy-Nutzer, schreibt die "Washington Post".

11. Dezember: Die NSA verfolge das Verhalten von Internet-Nutzern über Werkzeuge der Online-Werbebranche, schreibt "Washington Post".

27. Februar: Mit dem Programm "Optic Nerve" habe der GCHQ seit 2008 Standbilder von Gesprächen im Videochat-Dienst des Internet-Konzerns Yahoo aufgenommen, schreibt der "Guardian".

19. Mai: Die NSA zeichne alle Handy-Gespräche auf den Bahamas auf und speichere sie einen Monat lang, berichtet die Website "The Intercept", die auf Snowden-Papiere zugreifen kann. (dpa/rs)

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