Unternehmen vernachlässigen Datenschutz

Ein verlorener Datensatz kostet 112 Euro

04. März 2009
Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und von 2006 bis 2015 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.
Datenverluste kommen deutsche Unternehmen teuer zu stehen. Einer aktuellen Studie zufolge verursacht ein größerer Verlust einen durchschnittlichen Schaden von 2,4 Millionen Euro. Wer zum ersten Mal eine Datenpanne erleidet, zahlt noch mehr.

Einer der spektakulärsten Fälle von Datenmissbrauch in den letzten Jahren betraf die Deutsche Telekom. Deren Tochtergesellschaft T-Mobile waren mehr als 17 Millionen Kundenstammdaten entwendet worden. Der Imageschaden war enorm hoch.

Darüber hinaus sind Datenpannen für Unternehmen teuer. Das ist das Kernergebnis der Untersuchung "Jahresstudie 2008: Kosten von Datenpannen in Deutschland", die der US-Marktforscher Ponemon Institute mit Unterstützung des Sicherheistanbieters PGP Corporation durchführte.

Datenverluste sind teuer

Die Gesamtkosten pro Datenpanne lagen bei deutschen Unternehmen im Jahr 2008 zwischen 267.000 Euro und 6,75 Millionen Euro. Das macht im Schnitt rund 2,4 Millionen Euro pro Datenpanne.

Umgerechnet auf die von Verlust und Missbrauch betroffenen Datensätze bedeutet das: Jedes Unternehmen zahlt durchschnittlich 112 Euro pro Datensatz. Dabei sind Datenverluste bei mobilen Geräten kostspieliger als bei stationären Computern. Hier liegen die Kosten bei etwas mehr als 123 Euro für einen Datensatz. Laut Untersuchung waren in 28 Prozent der Fälle verlorene oder gestohlene Laptops für Datenverluste verantwortlich.