Ein Tag ohne Internet

Einsam ohne Social Media und E-Mail

31. August 2011
Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Wie ein Leben mit abgehackter Hand. So lautet die drastischste Beschreibung, die ein britischer Test für einen Tag ohne Internet und Handy zu Tage förderte.
IT-Technologie macht abhängig. Briten jedenfalls sind bereits zu regelrechten Internet-Junkies mutiert.
IT-Technologie macht abhängig. Briten jedenfalls sind bereits zu regelrechten Internet-Junkies mutiert.
Foto: MEV Verlag

Rauchen abgewöhnt? Alkoholkonsum im Griff? Süßigkeiten nur hin und wieder? Dann sollten die schlimmsten Suchtgefahren gebannt sein, möchte man meinen. Aber das ist ein schwerer Irrtum, wie eine aktuelle Umfrage der Verbraucherforscher von Intersperience in Großbritannien zeigt: Im digitalen Zeitalter machen Technologien – insbesondere die IT-basierten – genauso abhängig wie Zigaretten und alkoholische Getränke.

Demnach fühlen sich 53 Prozent der Briten niedergeschlagen, wenn sie nicht ins Internet können. 40 Prozent kommen sich sofort einsam vor, wenn sie einen Tag lang nicht ihre Kontakte via E-Mail oder Social MediaSocial Media pflegen können. Wie beschreibt man 24 Stunden ohne digitale Verbindung am treffendsten? Als „Albtraum“! Alles zu Social Media auf CIO.de

Der britische Marktforscher Intersperience fand das anhand einer für die britische Bevölkerung repräsentativen Testgruppe von 1000 Menschen zwischen 18 und 65 Jahren heraus. Die Teilnehmer wurden nicht nur nach ihren Gewohnheiten befragt. Sogar bezeichnender erscheinen die Befunde anhand eines Versuches, einen Tag lang ohne Technologie auszukommen.

Selbst als Test ist das mittlerweile fast undurchführbar, wie Intersperience feststellte. So schlimm wie Nikotin- oder Alkoholentzug lauteten Beschreibungen der Teilnehmer. Einer hatte das Gefühl, seine Hand sei abgehackt worden. Dabei übte sich ein signifikanter Teil überhaupt nicht im Totalverzicht. Fernseher und Radios liefen bei vielen trotzdem, denn diese vordigitalen Technologien konnten nach Ansicht dieser Gruppe nicht auch noch verboten sein.

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