Konfigurationsmanagement stark im Kommen

Einsparpotenziale durch IT-Automatisierung

15. November 2004
Von Detlef Scholz
Automatisiertes Infrastruktur-Management wird als ganzheitlicher Ansatz für immer mehr Unternehmen wichtig. Wegbereiter ist das stärker aufkommende Änderungs- und Konfigurationsmanagement. Es folgt direkt auf einer Welle von SLM- und BSM-Implementierungen (Service Level Management und Business Services Management). Das zeigt eine Analyse von Forrester.

Bislang galt das Konfigurations-Management als zweitrangiges Thema, um das sich der normale IT-Mitarbeiter zu kümmern hatte. Doch in jüngster Zeit hat es sich in der Prioritätenliste der CIOs von Unternehmen mit über einer Milliarde Dollar Umsatz im Jahr nach oben gearbeitet. Hauptantrieb für diese Entwicklung sind CEOs, die eine durchgehende Qualität der IT-Services und einen höheren Automatisierungs-Level fordern. Weitere Gründe sind die Bedrohung der eigenen IT-Abteilung durch OutsourcingOutsourcing und der Entscheidungsdruck, welche Services im Haus bleiben und welche verlagert werden sollen. Alles zu Outsourcing auf CIO.de

CIOs fangen an, die Einsparpotenziale im Konfigurationsmanagement aufzuspüren.
CIOs fangen an, die Einsparpotenziale im Konfigurationsmanagement aufzuspüren.

Das Konfigurations-Management bilde einen Eckpfeiler einer stärker automatisierten IT und sei gleichzeitig die Vorhut "organischer" IT-Implementierungen, so die Forrester-Analysten. Unter organischer IT verstehen die Marktforscher eine redundante IT-Infrastruktur, die Ressourcen wie Software, Prozessoren, Speicher und NetzwerkeNetzwerke automatisch über alle Applikationen innerhalb eines Datenzentrums aufteilt und verwaltet. Alles zu Netzwerke auf CIO.de

Konfigurationsmanagement ist der Eckpfeiler einer stärker automatisierten IT.
Konfigurationsmanagement ist der Eckpfeiler einer stärker automatisierten IT.

Mehr als 40 Prozent des gesamten IT-Budgets von großen Unternehmen (Jahresumsatz über einer Milliarde Dollar) fließen in die menschliche Arbeitskraft. 80 bis 90 Prozent des IT-Etats werden für IT-Operationen aufgewendet. Folglich lassen sich enorme Kosten einsparen, wenn sich wiederholende Arbeitsabläufe automatisiert werden. Die Kosteneinsparungen bei Hardware und Softwarelizenzen beziffert Forrester auf 15 bis 20 Prozent: In manchen Fällen seien auch 30 Prozent möglich. Höhere Automatisierungsgrade werden zudem die Ausfallzeiten verringern, da weniger Bedienungsfehler auftreten.

Fähigkeiten transparent machen

Eine weitere wichtige Entwicklung sieht Forrester darin, dass Service-Level-Vergleiche zum Standard werden. IT-Manager großer Unternehmen müssen zunehmend Services gleich bleibender Qualität für alle Unternehmensbereiche zur Verfügung stellen. Die immer häufiger erhobene Forderung nach Vergleichen zwischen internen und externen Services hat den Wettbewerb angeheizt und das Outsourcing gestärkt. IT-Abteilungen können sich nicht länger hinter ihrem internen Status verbergen. Sie müssen der externen Herausforderung geradewegs ins Gesicht sehen. Der erste Schritt dazu besteht nach Auffassung Forresters darin, die eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen transparent und vergleichbar zu machen.

Die grundlegende Frage, der viele IT-Verantwortliche gegenüberstehen, lautet: Wer muss in der Firma einen Service zur Verfügung stellen – wir selber oder ein externer Dienstleister? Zu häufig würden die Antworten auf diese Frage von bestehenden Geschäftsbeziehungen, Empfehlungen von Partnerunternehmen, angebotenen Rabatten und sogar "einem guten Gefühl" beeinflusst. Solche Faktoren müssten ausgeklammert werden, sagt Forrester. Die Entscheidung sollte allein auf Fakten basieren. Man müsse "Äpfel mit Äpfeln" vergleichen – genau dazu sei automatisiertes Infrastruktur-Management geeignet. Seine Werkzeuge gestatten es, die Servicequalität messbar und damit vergleichbar zu machen.