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IT-Manager wetten

Energiemanagementsysteme ziehen ein

05. Februar 2015
Von Burkhardt Stutenz
Burkhardt Stutenz von der EnBW Energie Baden-Württemberg wettet, dass in zehn Jahren 25 Prozent der Haushalte intelligente Energiemanagementsysteme für große Verbraucher (Waschmaschinen etc.) einsetzen werden.
Burkhardt Stutenz, EnBW Energie Baden-Württemberg
Burkhardt Stutenz, EnBW Energie Baden-Württemberg
Foto: EnBW

Beim Thema Energie-Effizienz stehen für den Kunden Einsparpotenzial, Sicherheit und Komfortgewinn im Vordergrund. Energiemanagementsysteme geben ihm dabei ein Instrument an die Hand, das über eine reine Auswertung des Energieverbrauchs hinausgeht.

Ein solches System wählt den wirtschaftlichsten Zeitpunkt zur Inbetriebnahme der Verbraucher für energieintensive Aufgaben. Auf diese Weise lässt sich der Energieverbrauch an der aktuellen Marktsituation und dem aktuellen Preis ausrichten, was dem Kunden den ersten offensichtlichen Nutzen bietet: die Optimierung der Energiekosten.

Auch im Hinblick auf die Energiewende werden Systeme zur intelligenten Steuerung des Energieverbrauchs an Bedeutung gewinnen. Im Jahr 2012 wurden circa 25 Prozent des Strombedarfs der Bundesrepublik Deutschland aus erneuerbaren Energieträgern gedeckt. Bis 2025 soll dieser Anteil auf 40 bis 45 Prozent wachsen, und im Jahr 2050 sollen 80 Prozent des Strombedarfs durch erneuerbare Energieträger gedeckt werden.

Energiemanagementsysteme bieten hier eine flexible und skalierbare Möglichkeit den Energieverbrauch auf die aktuelle Verfügbarkeit dieser natürlich fluktuierenden Energieträger abzustimmen und begrenzte Ressourcen auf diese Weise wirtschaftlich einzusetzen.

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Die einzelnen Bausteine, aus denen sich ein intelligent vernetztes Haus errichten lässt, sind verfügbar. Dennoch haben Smart-Home-Lösungen bislang keine weite Verbreitung gefunden und fristen ein Dasein als Nischenprodukt. Wir sind überzeugt, dass eine solche vernetzte Infrastruktur Perspektiven für vielfältige Anwendungen bietet, und wollen hier diskutieren, wie sich diese etablieren lässt. Da unterschiedliche Begrifflichkeiten existieren, ist ein gemeinsames Verständnis des Begriffes "Smart Home" essentiell.

Wir verstehen darunter die Vernetzung einzelner Komponenten innerhalb des Hauses mit einer zentralen Steuerung, wobei sich der wesentliche Mehrwert für den Nutzer aus dem intelligenten Zusammenspiel der Komponenten ergibt. Was sind nun die wesentlichen Bereiche, in denen Smart-Home-Funktionalität den Bewohnern einen solchen Mehrwert bietet?

Energieeffizienz: Hierbei steht die Optimierung des Energieverbrauchs im Vordergrund, wobei sich daraus ergebende finanzielle Einsparungen einen zusätzlichen Anreiz für den Kunden darstellen können. Bei vielen Anwendungsbeispielen, die auf Energieeffizienz zielen, ist aber auch eine direkte Verknüpfung mit Komfort- und Sicherheitsfunktionen erkennbar.

In Privathaushalten bietet die Raumwärme mit einem Anteil von beinahe drei Vierteln des Gesamtenergiebedarfs das größte Einsparpotenzial für Effizienzmaßnahmen. Durch intelligente Steuerung lässt sich die Temperatur der Wohnräume flexibel anpassen und somit die benötigte Heizenergie minimieren.

Ein echter Mehrwert gegenüber einer starren Zeitsteuerung - an Werktagen werden bei Abwesenheit der Bewohner während ihrer Arbeitszeit die Heizleistung reduziert und die Raumtemperatur abgesenkt - lässt sich durch Nutzung und Verknüpfung von personenbezogenen Daten erreichen. So kann etwa die Steuerung der Klimafunktionen die über einen Cloud-Service verfügbaren Kalender der Bewohner auswerten und daraus einen auf ihre An- und Abwesenheit abgestimmten Heizzyklus errechnen.

Weiterhin kann die zentrale Steuerung des Smart Home den aktuellen Standort der Bewohner über Ortungsfunktionen des SmartphonesSmartphones erfassen, und darauf basierend bestimmte Aktionen initiieren; so werden durch die Steuerungseinheit zum Beispiel alle nicht benötigten Beleuchtungen und elektrischen Geräte im Haus ausgeschaltet, nachdem der letzte Bewohner das Haus verlassen hat. Alles zu Smartphones auf CIO.de

Intelligente Energiemanagementsysteme gehen über die oben beschriebenen Maßnahmen zur Optimierung der Energieeffizienz sowie über ein reines Monitoring des Energieverbrauchs hinaus. Dazu betrachten sie nicht nur die Bedürfnisse des Nutzers, sondern berücksichtigen auch das Angebot auf dem Strommarkt und, soweit verfügbar, die Energieeigenerzeugung im Gebäude (etwa Photovoltaik oder BHKW). Zunächst ist allerdings der Nutzer gefordert, Prioritäten und Randbedingungen für den Betrieb seiner Geräte vorzugeben. Zusätzlich fragt die Steuereinheit den Status der Geräte ab und sorgt somit dafür, dass bestimmte Parameter oder Sicherheitsbereiche eingehalten werden.

Planung und Durchführung dieser je nach Anwendungsfall komplexen Systemkonfiguration stellen eine typische Aufgabe für einen Service-Provider dar und zeigen exemplarisch, wie sich mit der Verbreitung von Smart-Home-Technologien neue Geschäftsfelder erschließen lassen. Das fertig konfigurierte System wählt schließlich nach selbstständiger Kommunikation mit dem Energieversorger den wirtschaftlichsten Zeitpunkt zur Inbetriebnahme der Verbraucher.

Auf diese Weise lässt sich der Energieverbrauch an der aktuellen Verfügarkeit und dem aktuellen Marktpreis ausrichten, was dem Kunden einen offensichtlichen Nutzen bietet: die Optimierung der Energiekosten.

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