Konzentrationskiller E-Mail

Entzug von der Inbox

16. Februar 2011
Von Christa Manta
Wer ständig seine E-Mails checkt und seine Inbox nur selten aufräumt, arbeitet nicht nur ineffektiv, sondern läuft auch Gefahr, E-Mail-süchtig zu werden. Die Unternehmensberaterin und Soziologin Marsha Egan zeigt Wege auf, die Inbox zu beherrschen, statt sich von ihr beherrschen zu lassen.
Foto: Michael Brown - Fotolia.com

Die Kommunikation per E-Mail beschleunigt zwar so manchen Prozess, doch sie gestaltet die Arbeit nicht unbedingt effektiver. Schuld ist laut Marsha Egan der laienhafte Umgang mit der E-Mail. Im Jahr 2010 wurden laut der US-Unternehmensberaterin täglich 294 Milliarden E-Mails versandt, fast 50 Milliarden mehr als im Jahr zuvor. Bei so vielen eingehenden Nachrichten sei es nur schwer, sich nicht ablenken zu lassen. Statt an dringenden Inhalten zu arbeiten, würden vermeintlich dringende E-Mails abgearbeitet. Wer sich nicht gegen die Informations- und Datenflut wehrt, neigt dazu, sich zu überfordern. So steigt der Stresslevel in den Firmen, während die Umsatzzahlen sinken. werden.

Manager vergeuden dreieinhalb Jahre ihres Lebens mit unwichtigen E-Mails

So haben auch Wissenschaftler des Henley Management Colleges bei der Befragung von 180 Führungskräften aus Deutschland, Großbritannien, Dänemark und Schweden herausgefunden, dass Manager im Durchschnitt dreieinhalb Jahre ihres Lebens mit unwichtigen und überflüssigen E-Mails vergeuden. Und das Beratungsunternehmen Basex errechnete, dass das Multitasking im Büro der US-Wirtschaft jährlich einen Verlust von 583 Milliarden Dollar beschert.

Selbstzerstörerisches Verhalten beim Umgang mit der Inbox

Einer der größten Fehler beim Umgang mit den E-Mails besteht laut Marsha Egan darin, die erhaltenen Nachrichten in der Inbox zu belassen. Sie sollen griffbereit bleiben oder an anstehende Aufgaben erinnern. Dieses Vorgehen aber könne sich in selbstzerstörerisches Verhalten umwandeln, sagt die E-Mail-Expertin.

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