Vorsorge

Eon wappnet sich für möglichen feindlichen Übernahmeversuch

28. November 2016
Der Energiekonzern Eon rüstet sich nach dem dramatischen Kursverlust an der Börse gegen einen möglichen ungewünschten Übernahmeversuch.
E.ON-Kraftwerk Irsching: Eons Einzelteile könnten mehr wert sein als der Konzern zusammen.
E.ON-Kraftwerk Irsching: Eons Einzelteile könnten mehr wert sein als der Konzern zusammen.
Foto: Dominik Zehatschek/E.ON

Vorstandschef Johannes Teyssen stellte in den vergangenen Wochen ein neues Abwehrteam aus Banken und Anwälten zusammen. Sie sollen das Unternehmen im Falle einer Attacke unterstützen. Einen entsprechenden Bericht des "Spiegel" bestätigte das Unternehmen.

"Jedes gelistete Unternehmen hat laufende sogenannte "Defense"-Mandate, die meist für einige Jahre vertraglich vereinbart sind", erklärte ein Sprecher. Solche Verträge seien bei EonEon kürzlich ausgelaufen und daher neu verhandelt worden. Dies gehöre zur normalen Risikovorsorge eines börsennotierten Unternehmens. Einen konkreten Anlass gebe es nicht. Top-500-Firmenprofil für E.ON SE

An der Börse wird Eon nach der Abspaltung der Kraftwerksbetreibers Uniper und der Talfahrt infolge der EnergiewendeEnergiewende derzeit nur noch mit gut zwölf Milliarden Euro bewertet. Damit könnte der Konzern für Hedgefonds relativ billig zu haben sein. Diese Investoren könnten das Unternehmen anschließend zerlegen wollen, um mit dem Verkauf einzelner Teile wie dem Netzgeschäft oder der Ökostromsparte schnell den Kaufpreis wieder reinzuholen. Dahinter steht die Annahme, dass Eons Einzelteile mehr wert sind als der Konzern zusammen. Top-Firmen der Branche Energie u. Rohstoffe

Erst im Frühjahr hatte die US-Gesellschaft Knight Vinke für eine Abspaltung des Netzgeschäfts geworben, war damit aber abgeblitzt. Die Amerikaner sollen laut "Spiegel" zuletzt den Druck auf das Management erhöht haben. Zudem wurde zuletzt spekuliert, dass der für seine Einflussversuche auf die Geschäftspolitik bekannte schwedische Investor Cevian einen Einstieg bei Eon prüfe.

Sogenannte aktivistische Investoren haben in den vergangenen Jahren zunehmend Unternehmen in Deutschland ins Visier genommen, zuvor war das Phänomen vor allem in den USA bekannt. So mischt sich Cevian bereits aktiv in die Geschäftspolitik des Industriedienstleisters Bilfinger ein. Beim Pharma-Unternehmen Stada hatte ein Fonds den Aufsichtsratschef zuletzt zum Rücktritt gedrängt. (dpa/rs)

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