Bedarf unterscheidet sich kaum von dem großer Konzerne

ERP: Mittelständler müssen aufholen

12. Februar 2007
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Kleine und mittelständische Firmen sind in Sachen Enterprise Ressource Planning (ERP) zu lang auf der Schmalspur gefahren. Das war falsch, so der Marktforscher Aberdeen in einer neuen Studie. Deren Fazit: Kleinere Unternehmen haben zwar eine weniger komplexe Struktur - trotzdem müssen die Lösungen dieselben Anforderungen erfüllen wie bei Großkonzernen.
Nur zehn Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen arbeiten bereits seit mehr als fünfzehn Jahren mit ERP.
Nur zehn Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen arbeiten bereits seit mehr als fünfzehn Jahren mit ERP.

14 Prozent der kleineren Betriebe (weniger als 50 Millionen US-Dollar Jahresumsatz) verfügen bis heute über kein ERP-System. Der Großteil von 52 Prozent hat die Lösungen seit zwei bis zehn Jahren laufen, nur zehn Prozent haben sie schon vor mehr als 15 Jahren implementiert.

Die Zahlen sagen zunächst einmal noch nichts über die Qualität der Programme aus. Die Analysten stellen fest, dass sich viele der Studienteilnehmer eine Art "ERPERP light" zugelegt haben - zum eigenen Nachteil. Denn faktisch brauchen sie die gleichen Funktionalitäten wie Großkonzerne auch. Alles zu ERP auf CIO.de

Mehr als vier von zehn sind mit dem Status Quo zufrieden

Dass Mittelständler ungern neue Releases aufspielen - im Schnitt hinken sie mindestens eine Version hinterher - mag zum Teil mit den beschränkten Ressourcen zu tun haben, vor allem liegt es aber am mangelnden Vertrauen der Entscheider. So geben immerhin 56 Prozent der Befragten an, sie hätten Zweifel an der Qualität der Releases. 47 Prozent planen dennoch ein Upgrade, als Hauptgrund gilt das Interesse an neuen Funktionalitäten. 43 Prozent der Befragten wollen am Ist-Zustand nichts ändern.

Die Analysten wollen wissen, welche Punkte den Firmen Kopfzerbrechen bereiten. 40 Prozent sprechen von Problemen in Bezug auf Kundenprozesse. 39 Prozent führen das Re-Designing ihrer eigenen Prozesse an, ebenso viele nennen Trainingsmaßnahmen, die mit der Implementierung verbunden sind. Kosten für Updates stellen für jeden Dritten ein Problem dar.