Vertauliches Konzept

Erster Bundes-CIO gesucht

12. November 2007
Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Nach einer CIO vorliegenden Studie von McKinsey erinnern die Aufgaben für den künftigen Bundes-CIO an das Arbeitsspektrum eines Konzern-CIOs: Er soll die IT-Strategie und -Architektur fortschreiben, Standards setzen und den internen Dienstleister mitsteuern.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, Finanzminister Peer Steinbrück und Kanzleramtsminister Thomas de Maizière sind sich einig: Was auf dem ersten nationalen IT-Gipfel am 18. Dezember des vergangenen Jahres beschlossen wurde, soll möglichst bald umgesetzt werden. Im Zwölf-Punkte-Programm der sogenannten Potsdamer Initiative wurde vereinbart, die Steuerung der Informationstechnologie des Bundes zu verbessern: "Erforderlich sind ein professionelles Management von Großprojekten, eine effektive Umsetzungsorganisation und ausreichende Ressourcen für die Projektsteuerung."

137 Seiten Papier für neue IT-Struktur

Dazu gehört die Einrichtung von zentralen IT-Verantwortlichen in den Bundesministerien für deren Geschäftsbereiche. IT-Strategie und IT-Architektur der Bundesverwaltung sollen stärker als bisher in der Bundesregierung gebündelt und koordiniert werden. Das Bundesinnenministerium (BMI) hatte dafür das Beratungsunternehmen Bearing Point und dieses als Subunternehmer McKinsey beauftragt, einen Umsetzungsvorschlag zu erarbeiten. Die 137 Seiten starke Studie trägt den Titel "IT-Steuerung Bund/CIO-Konzept". "Bei einem strategisch so wichtigen Thema wollte man wohl eine unabhängige dritte Meinung einholen, die über Erfahrungen aus der IndustrieIndustrie und dem Ausland verfügt, wie die dort erfolgreichen Modelle zur IT-Steuerung aussehen", meint Jon Abele, Leiter des Geschäftsbereiches Public Sector bei BearingPoint. Top-Firmen der Branche Industrie

Anfang September stellten die Berater ihr Konzept in einer mehrstündigen Sitzung den Herren Schäuble, Steinbrück sowie de Maizière vor. "Das Feedback war im Grundsatz positiv", so Abeles Eindruck. "Derzeit wird es zwischen den Häusern abgestimmt."

In anderen Ländern wie Österreich, Großbritannien und den USA ist eine stärkere zentrale Steuerung der Regierung bereits Normalität. Bearingpoint-Berater Abele: "Wir haben mit den IT-Verantwortlichen in der Bundesverwaltung Gespräche geführt und Best Practices der IT-Steuerung in anderen Ländern und der Industrie herausgearbeitet. Daraus wurden Guiding Principles abgeleitet, die zeigen, was diese gemeinsam haben. In unserem Konzept haben wir Alternativen für eine IT-Steuerung in Deutschland dargestellt, bewertet und ein Modell empfohlen."