GE.NET bezieht Energie von Greenpeace

Erstes Rechenzentrum mit reinem Öko-Strom am Start

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Der Worte sind genug gewechselt: Dieser Tage hat der Frankfurter Provider GE.NET grünes Licht für Öko-Strom in seinem Rechenzentrum gegeben. GE.NET will der Forderung nach Umweltschutz in der IT nachkommen und bezieht seine Energie von Greenpeace. Dafür dürfen sich das Unternehmen wie auch seine Kunden mit einem Zertifikat der Regenbogenkämpfer schmücken - der Dienstleister hofft, den Aufpreis damit zu rechtfertigen.

Stefan Schellenberg windet sich um den Knackpunkt herum. "Um wieviel Prozent wir über dem Marktpreis liegen, kann man nicht sagen, weil wir ja keine vergleichbare Dienstleistung anbieten", erklärt der GE.NET-Chef. Seinen Kunden - hauptsächlich kleinere Unternehmen und Mittelständler - will er "faire Preise" bieten. Konkret: Wer bei den Frankfurtern zum Beispiel eine Homepage einrichten will, zahlt für das Produkt ge.LARGE mit sechs .de-Domains, 6.000 MB Speicherplatz, 60.000 MB Traffic und 600 E-Mail-Accounts 39,49 Euro im Monat.

GE.NET versteht sich als Full-Service-Provider und bietet Web-Hosting ebenso an wie Systemschränke. Das RechenzentrumRechenzentrum wurde erst nach entsprechenden Tests mit einem Prototypen auf grünen Strom umgeschaltet. Alles zu Rechenzentrum auf CIO.de

Wie andere Öko-Energieanbieter argumentiert Greenpeace mit einem Zertifikat, das Kunden und deren Kunden nutzen dürfen. IT-Dienste einkaufen und gleichzeitig Gutes tun - das kommt an, versichert Stefan Schellenberg. Greenpeace informiert auf der eigenen Web-Site über die Zusammensetzung des angebotenen Stroms und berechnet die eingesparte Menge an CO2. "Das sind bis zu 90 Prozent, klicken Sie mal drauf", so Schellenberg.

Automatisierungen sollen Mehrkosten kompensieren

Dass ein mit Öko-Strom betriebenes Rechenzentrum unrentabel sein soll, will der Unternehmer nicht gelten lassen. Einen Teil des Aufpreises nimmt GE.NET auf das eigene Konto, will das aber soweit wie möglich durch technologische Fortschritte wie Prozess-Automatisierungen kompensieren.