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Erstmals Behörden im SOA Innovation Lab

15.02.2010
Von Stefan  Ueberhorst
Die mit Service-orientierten Architekturen (SOA) befasste Anwendervereinigung "SOA Innovation Lab" begrüßt das Bundesinnenministerium und das BKA als neue Mitglieder.

Das Bundesministerium des Inneren (BMI) ist gemeinsam mit den ihm unterstellten Fachbehörden, namentlich dem Bundeskriminalamt (BKA), dem SOA Innovation Lab e.V. beigetreten. Vom Erfahrungsaustausch und der Mitarbeit in der Anwendervereinigung versprechen sie sich das BMI und die Fachbehörden unter anderem neue strategische Impulse für ihre vielfältigen Aktivitäten im Bereich Service-orientierte Architekturen und Enterprise-Architecture-Management. Ihre eigenen Erfahrungen mit dem Aufbau und dem Management Service-orientierter Architekturen in komplexen Umgebungen werden die Arbeit des SOA-Labs bereichern.

In seiner Arbeit geht es dem BMI und vor allem dem Fachreferat "IT-Steuerung Bund" um den Aufbau übergreifender Governance-Strukturen, die auf der einen Seite den Interessen der verschiedenen Bundesbehörden gerecht werden, aber gleichzeitig die wirtschaftliche Bereitstellung gemeinsam nutzbarer Services ermöglichen. "Einheitlichkeit, wo immer sie sinnvoll ist, aber so viel Differenzierung wie nötig", bringt Dr. Christian Mrugalla, stellvertretender Leiter des Referats IT2 IT-Steuerung Bund und Leiter der Projektgruppe "Rahmenarchitektur IT-Steuerung Bund", die Herausforderung auf den Punkt. Der IT-Stab des BMI ist sowohl für die IT-Steuerung Bund als auch für die IT des Geschäftsbereichs verantwortlich. "Wir haben bereits zusammen mit anderen Ministerien und Bundesbehörden Konzepte erarbeitet, mit denen wir die politischen Vorgaben besser und wirtschaftlicher bis in die Technik hinein umsetzen wollen. Dabei ist die Serviceorientierung ein optimales Instrument, um flexible und kostengünstige Services anzubieten."

Weil der Aufbau eines solchen Architektur-Managements im Wesentlichen über den Austausch funktioniere, erscheint dem BMI eine Mitgliedschaft im SOA-Lab besonders spannend. Zumal es auch die Kompetenzen etwa des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die der Bundesstelle für Informationstechnik (BIT) einbringt. Die BIT fungiert als ein zentraler IT-Dienstleister für die Ministerien und andere Bundesbehörden. "Meine ersten Eindrücke von Gastauftritten im SOA-Lab bestätigen, dass man diese Fragen dort sehr offen und kompetent diskutieren kann. Auf diese Weise können das BMI und die angegliederten Fachbehörden von den Erfahrungen aus den Unternehmen profitieren", betont Mrugalla.

Eine besonders aktive Rolle im SOA-Umfeld nimmt das Bundeskriminalamt (BKA) ein. Es steht vor einer ähnlichen Herausforderung wie das BMI. "Wir gehören zwar zum gleichen Konzern wie das BMI, haben aber neben der Governance auch eine starke Umsetzungskomponente, da wir als Zentralstelle den Landespolizeien wichtige Services anbieten. Die Landespolizeien sind gleichgestellte Partner, die es zu koordinieren gilt, und da ist SOA eine sehr interessante Option für uns", ergänzt Matthias Memmesheimer, Leiter des Referats "Zentrale Informationsmodellredaktion" im Bundeskriminalamt.

"Wir freuen uns über die neuen Mitglieder, die den Erfahrungshorizont des SOA InnovationInnovation Labs um die Perspektive der öffentlichen Verwaltung erweitern werden. Von ihrer architektonischen Arbeit in komplexen föderalen Strukturen können unsere bisherigen Mitglieder, die alle aus der Privatwirtschaft stammen, erheblich profitieren", begrüßt Dr. Johannes Helbig, Vorstandsvorsitzender des SOA Innovation Labs und CIO der Deutschen Post Brief die neuen Mitstreiter. Alles zu Innovation auf CIO.de

Die Neumitglieder zeigen sich übrigens von der Zukunftssicherheit des SOA-Konzepts überzeugt: "Meine bisherigen Erfahrungen geben mir eine hohe Zuversicht, dass die Philosophie hinter dem SOA-Ansatz sehr viel praktische Relevanz hat und auf Dauer tragfähig und alternativlos ist. Ob das Ganze in fünf Jahren noch SOA heißt oder eine andere Überschrift erhält, ist nicht so wichtig", erklärt Mrugalla. Eine Rückkehr zu monolithischen Systemen kann sich auch Memmesheimer nicht vorstellen. "Es geht darum, die Basis weiterzuentwickeln, die wir mit SOA gefunden haben. Wir wollen das Konzept evolutionär voranbringen, gleichgültig, ob wir das künftig SOA nennen oder Enterprise-Architecture-Management. Und dazu können wir in einer Anwendervereinigung wie im SOA Innovation Lab hervorragend beitragen."

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