Mobiles Marketing

Europäer verkennen die Chancen des Mobile Tagging

10. Dezember 2008
Mobile Tagging kann eine Brücke zwischen klassischen Printmedien, mobilen Endgeräten und dem Internet schlagen. Die Geschäftsmöglichkeiten werden unterschätzt, meinen die Experten von Detecon.

Beim Mobile Tagging fotografieren Nutzer einen 2D-Barcode etwa in einer Printanzeigen einer Zeitschrift mit ihrem Handy. Das Gerät decodiert den Code und öffnet dann automatisch eine Web-Site. Mobile Tagging lässt sich also in jede visuelle Kampagne integrieren. Die Verknüpfung mit dem mobilen Endgerät und der Web-Site regt den Nutzer zum interaktiven Handeln an. Das Mobile Tagging ist in Asien und speziell in Japan verbreitet und wird dort intensiv für mobile Marketing-Kampagnen genutzt.

Dieses Potenzial ist in Europa noch nicht ausgeschöpft, meinen die Experten von Detecon. Einerseits könnten Endverbraucher weiterführende Informationen zu den beworbenen Produkten unmittelbar abrufen und auch direkt mit den Anbietern in Verbindung treten. Andererseits ließen sich beworbene Produkte ad hoc kaufen und zum Beispiel per Mobilfunkrechnung bezahlen. So seien neue Geschäftsmodelle denkbar, zum Beispiel die benutzerfreundliche Integration von Bewerbung und Verkauf einer Reiseversicherung im Wartebereich eines Flughafens. Darüber hinaus würden die Werbetreibenden Informationen in bisher ungekanntem Umfang und Exaktheit darüber erhalten, welche Wirkungen sie durch welche Werbeformen auf welchen Werbeplätzen erzielen. So könnten sie den Einsatz ihrer Etats optimieren.

Schließlich gewännen Produzenten und Händler einen direkten Kommunikationskanal zu Interessenten und Kunden. Dieser ließe sich unter anderem auch durch so genanntes Push Tagging nutzen, welches 2D-Barcodes in umgekehrter Richtung per SMS beziehungsweise MMS auf die mobilen Endgeräte der Verbraucher schickt. Dort könnten diese Barcodes zum Beispiel als Coupons fungieren.

Um dieses Potenzial zu heben wäre eine Kooperationen zwischen Mobilfunkbetreibern, Internet-Providern und Medienhäusern sowie der Werbewirtschaft und der Konsumgüterindustrie erforderlich. "Jeder wartet darauf, dass der andere den ersten Schritt macht", beschreibt Volker Rieger, Partner bei Detecon und Leiter der Kompetenzgruppe Technology Portfolio Strategies, den Status quo der Zusammenarbeit speziell in Deutschland. Seit Ratschlag richtet sich vor allem an die Werbewirtschaft und die Konsumgüterindustrie. Sie sollten mit den bereits nutzbaren Technologien neue Geschäftsmodelle entwickeln und testen. Ziel sei es, Endverbraucher stärker einzubinden: "In der Werbung sehen wir derzeit die aussichtsreichsten Anwendungsgebiete. Mit vergleichsweise geringen Investitionen können Werbetreibende statische Angebote wie zum Beispiel Printanzeigen oder TV-Spots mit interaktiven Formen der Kundenkommunikation verzahnen." Die Möglichkeiten des Mobile Tagging hat Detecon in einem Positionspapier zusammengefasst. Es steht hier zum Download bereit.

Kommentare zum Artikel

comments powered by Disqus
Zur Startseite