Grillo-Nachfolger

Ex-Bitkom-Präsident Dieter Kempf soll BDI anführen

14. Juni 2016
Industrie 4.0 ist das Zauberwort in der deutschen Wirtschaft. Der Industrieverband BDI setzt nun bei der Besetzung seiner Spitze auf einen Manager, der sich bestens mit der Digitalisierung und Vernetzung der Produktion auskennt.

Der frühere Bitkom-Präsident Dieter Kempf soll neuer Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) werden. Der 63-Jährige soll Anfang 2017 Ulrich Grillo an der Spitze des einflussreichen Wirtschaftsverbandes ablösen. Auf diesen Vorschlag habe er sich einstimmig mit allen Vize-Präsidenten geeinigt, sagte Grillo am Montag in Berlin. Kempf soll im November von der BDI-Mitgliederversammlung gewählt werden.

Beim Bitkom war er erfolgreich - warum nicht auch beim BDI? Dieter Kempf ist noch kein bisschen müde.
Beim Bitkom war er erfolgreich - warum nicht auch beim BDI? Dieter Kempf ist noch kein bisschen müde.

Mit der Berufung des IT-Experten reagiert der BDI auch auf die wachsende Bedeutung der Digitalisierung und Vernetzung der Produktion unter dem Stichwort Industrie 4.0. Die deutsche Wirtschaft steht unter Druck, weil US-Internet-Konzerne wie Google, Apple und Microsoft versuchen, sich auch in etablierten Branchen breitzumachen. "Dieter Kempf ist der richtige Mann am richtigen Ort, um die Chancen für Produkte made in Germany in der zunehmenden Digitalisierung zu vergrößern", meinte Grillo.

Bis Ende März war Kempf Chef der Datev

Kempf war bis Ende 2015 Vize-Präsident des BDI und berät die Bundesregierung auch in Fragen der Internet-Sicherheit. Der Steuerberater und Honorarprofessor war bis Ende März noch Vorstandschef der Nürnberger Datev - einem der größten IT-Dienstleister und Softwareanbieter in Deutschland, spezialisiert auf Buchhaltung. Zwischen 2011 und 2015 führte der gebürtige Münchner auch den Telekommunikations-Branchenverband Bitkom als Präsident.

Kempf gilt als besonnener Stratege. Grillo verschaffte sich in der Politik auch mit teils harscher Kritik an der Regierung Respekt. Wenn es um die Digitalisierung, die Energiewende oder andere Standortfragen geht, hat das Wort eines BDI-Chefs auch im Kanzleramt Gewicht. Der BDI ist das Sprachrohr von mehr als 100 000 Industrieunternehmen mit mehr als acht Millionen Beschäftigten.

Kempf: Digitalisierung muss großer Erfolg werden

Kempf sagte, Grillos Angebot, die Führung des wichtigsten Wirtschaftsverbandes des Landes zu übernehmen, habe er nicht ausschlagen können: "Ich will, dass wir in Deutschland die Digitalisierung zu einem großen Erfolg führen."

Grillo steht seit Januar 2013 an der Spitze des BDI und übergibt sein Amt zum Jahresende. Der frühere Rheinmetall-Manager ist Vorstandschef der familieneigenen Grillo-Werke in Duisburg, einem Zulieferer der Metall- und Chemieindustrie. (dpa/hv)

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