Anforderungen an Risk-Management-Systeme

Excel-Dominanz bröckelt

11. März 2010
Sascha Alexander ist Manager Marketing & Kommunikation bei der QUNIS GmbH, Neubeuern, die auf Beratung und Projekte in der Business Intelligence, Big Data und Advanced Analytics spezialisiert ist. Zuvor war der Autor als Director Communications bei den Marktforschungs- und Beratungsunternehmen BARC und PAC tätig. Als ehemaliger Redakteur der COMPUTERWOCHE sowie Gründer und Chefredakteur des Portals und Magazins für Finanzvorstände CFOWORLD verbindet ihn zudem eine lange gemeinsame Zeit mit IDG.
Seine Themenschwerpunkte sind: Business Intelligence, Data Warehousing, Datenmanagement, Big Data, Advanced Analytics und BI Organisation.
Risikomanagement-Software und Software für Projektmanagement finden sich immer noch selten in Unternehmen, doch die die bisherige Dominanz von Office-Produkten und damit Excel geht erstmals zurück. Allerdings kann von ausgereiften Risk-Management-Lösungen noch keine Rede sein.

Es geht aufwärts mit den Risk-Lösungen. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls eine Untersuchung der Risk Management Association (RMA) und des Beratungshauses BeOne.

Es zeige sich eine erfreuliche Entwicklung, schreiben die Autoren: Zwar sind spezielle Risikomanagement-Software und selbst Software für ProjektmanagementProjektmanagement immer noch vergleichweise selten bei Unternehmen zu finden, doch sei die bisherige Dominanz von Office-Produkten, also vor allem Excel, auf diesem Anwendungsgebiet erstmals rückläufig. Alles zu Projektmanagement auf CIO.de

Insgesamt nutzen 34 Prozent der befragten Unternehmen Office-Produkte für ihr Risiko-Management. Spezielle Software für Risikomanagement (lokale Lösungen) findet sich in 12 Prozent der Firmen. Entsprechende unternehmensweite, also in die Prozesse integrierte Anwendungen sind laut RMA bei 17 Prozent der Unternehmen im Einsatz. Ferner versuchen 18 Prozent mit eigenen Lösungen ihr Glück, während bei immer noch 13 Prozent gar keine Softwareunterstützung für Risk Management vorhanden ist.

Für Roland Franz Erben, Vorstandsvorsitzender der RMA, München, ist die Situation beim IT-Einsastz dennoch insgesamt erfreulich: "Obwohl in vielen Bereichen weiterhin Nachholbedarf besteht, ist das Risikomanagement erwachsener geworden. Das zeigt sich in der Studie beispielsweise hinsichtlich der Gründe für dessen Einsatz, der Intensität der Beschäftigung mit Risiken oder auch der zunehmenden Verwendung spezifischer Risikomanagement-Informations-Systeme als Ersatz bisheriger Excel-basierter Lösungen." Allzuoft allerdings bleiben Versprechungen größerer Reife der Lösungen Lippenbekenntnisse, wie andere Studien belegen.

Auch der Markt für Risikomanagement-Informationssysteme (RMIS) reagiert laut Studie auf die wachsende Nachfrage nach Softwarelösungen, wenngleich das Angebot sehr unübersichtlich bleibt: "Ein dominanter „Spieler“ ist hier derzeit – und wohl auch auf absehbare Zeit – nicht in Sicht", kommentiert Detlef Roß, Senior Consultant bei BeOne in München die Lage.

Die elf wichtigsten Anforderungen an ein RMIS

Erfreulich sei aber, so Roß, dass heute verfügbare Lösungen vielfach ein Leistungsspektrum bieten, das vor wenigen Jahren noch nicht für möglich gehalten wurde. Als wichtigste Anforderungen an ein RMIS zählt Studie die folgenden Punkte auf:

  • Verfügbarkeit eines integrierten Datenbestandes/geeignete Schnittstellen zu den vorhandenen IT-Systemen;

  • Integration eines Frühwarnsystems, um künftige Entwicklungen zu antizipieren;

  • umfangreiche Methodendatenbanken;

  • flexibler Aufbau mit Erweiterungsmöglichkeiten;

  • Unterstützung verschiedener Sichten auf den Datenbestand;

  • benutzerfreundliche Gestaltung und Funktionen;

  • Verfügbarkeit von aktuellen Daten zu jedem beliebigen Zeitpunkt;

  • individuelle Gestaltung von Berichten;

  • Bereitstellung und Verdichtung von Daten auf beliebigen Verdichtungsebenen;

  • schnelle und flexible Simulationen;

  • ausgereifte Präsentationstechniken, Komfort, Wirtschaftlichkeit, Schnelligkeit etc.

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