Studie von IDC und Nortel

Extremnutzer zwingen Unternehmen zum Handeln

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Im Zuge der wachsenden Vernetzung werden Mitarbeiter weltweit von ihren Arbeitgebern erwarten, dass ihnen Anwendungen zur Verfügung gestellt werden, mit denen sie immer und überall erreichbar sind - so zumindest eine aktuelle Studie.
Mit dem steigenden Drang zur Vernetzung wird die Einführung von Unified Communications Pflicht.
Mit dem steigenden Drang zur Vernetzung wird die Einführung von Unified Communications Pflicht.
Foto: Siemens AG

Nach und nach machen sich die Auswirkungen von Internet, Breitbandzugängen, Kamera-Handys, Voice over IP, Instant Messaging, Social Networking, Video-Uploads etc. auch in Unternehmen bemerkbar. Speerspitzen dieser Entwicklung, so besagt zumindest eine neue Studie, die die Marktforscher von IDC im Auftrag von Nortel vorgenommen hat, sind so genannte Extremnutzer ("Hyperconnected"), die mindestens sieben verschieden vernetzte Endgeräte und mindestens neun Kommunikations-Applikationen wie Instant Messaging (IM), SMS, Web-Conferencing und soziale Netzwerke intensiv verwenden. Wie die Befragung unter knapp 2400 Menschen in 17 Ländern ergab, handelt es sich bereits heute bei 16 Prozent der Beschäftigten um solche Extremnutzer. Gleichzeitig ist dieser Gruppe ein weiteres Cluster von Intensivnutzern mit 36 Prozent dicht auf den Fersen. Die Intensivnutzer stehen den Extremnutzern nur in wenig nach. So verwenden sie mindestens vier Endgeräte für ihre Arbeit und greifen für die Kommunikation mit ihrer Umwelt auf sechs oder mehr Anwendungen zu. Wenn diese Intensivnutzer ihre Funktionalitäten erweitern und neueste Demographie-Daten der Beschäftigten eingerechnet werden, so folgert die IDC-Studie, wird der Anteil der Extremnutzer in fünf Jahren bereits auf 40 Prozent steigen.

"Die Ergebnisse dieser Studie senden eine deutliche Botschaft an die Unternehmen - die Extremnutzer ("Hyperconnected") unter den Beschäftigten werden kommen, und die Unternehmen sollten sich gut auf sie vorbereiten", sagt John Gantz, Chief Research Officer und Senior Vice President bei IDC. So sei zu erwarten, dass die Belegschaften nicht einfach zu Hyperconnectivity migrierten, sondern dass ein regelrechter Ansturm auf diese neuen Möglichkeiten stattfinden werde. Unternehmen, die darauf reagierten, hätten die Chance, ihre Produktivität zu erhöhen und langfristig auf den globalen Märkten erfolgreich zu sein.

Beliebtes Werkzeug der Extremnutzer: Das iPhone von Apple
Beliebtes Werkzeug der Extremnutzer: Das iPhone von Apple

Der Netzausrüster Nortel sieht neben den Chancen aber auch die Risiken der "Hyperconnectivity". So weist John Roese, Chief Technology Officer bei Nortel darauf hin, dass einige Unternehmen ihre Produktivität und Profitabilität aufs Spiel setzten, wenn sie diese neue Kommunikationskultur nicht zur Kenntnis nehmen. "Die Studie macht deutlich, dass die Herausforderungen und Möglichkeiten, die Hyperconnectivity den Unternehmen bietet, mit keiner bisherigen technischen Umwälzung zu vergleichen sind", fügt sein Kollege Steve Bandrowzak hinzu. Das Management und die IT der Unternehmen müssten zeitnah Ihre IT-Investitionen überprüfen, um Anwendungen wie Unified Communications wirksam einzusetzen und gleichzeitig ihre Personalpolitik, Sicherheitsauflagen und Geschäftsprozesse darauf auszurichten, so der Nortel-CIO.