Zu Studienzwecken

Facebook manipulierte Nachrichtenstrom der Nutzer

29. Juni 2014
Facebook hat vor zweieinhalb Jahren für eine Studie die Auswahl der Einträge im Nachrichtenstrom von einigen Hunderttausend Nutzern manipuliert. Bei dem Experiment sollte erforscht werden, wie sich positive und negative Emotionen in Netzwerken ausbreiten.

Entsprechend wurden für Nutzer die Einträge ihrer Facebook-Freunde vorgefiltert. Die Autoren der kürzlich veröffentlichten Studie kamen zu dem Schluss, dass Menschen, die mehr positive Nachrichten sahen, etwas eher dazu neigten, auch selbst Einträge mit positivem Inhalt zu veröffentlichen - und umgekehrt.

Insgesamt wurden im Januar 2012 für eine Woche die Newsfeeds von knapp 690000 Nutzern der englischsprachigen Facebook-Version manipuliert. Der Studie zufolge hat FacebookFacebook über drei Millionen Einträge per Software ausgewertet, die per Wortanalyse die Emotion zuordnete. Das brachte neben Kritik an der ethischen Seite des Experiments auch Zweifel an der Aussagekraft der Studie: So verwies das Psychologie-Blog "Psych Central" auf Schwierigkeiten der verwendeten Software, die Stimmung eines Eintrags nur anhand einzelner Wörter zuzuordnen. Von Facebook gab es zunächst keine Reaktion. Alles zu Facebook auf CIO.de

Die Studie war bereits am 2. Juni veröffentlicht worden, kam aber erst jetzt mit Medienberichten und Kritik im Internet in die Diskussion. In dem Papier wird darauf hingewiesen, dass die Datenverwendungsregeln von Facebook, denen die Nutzer zustimmen, ein solches Vorgehen zulassen. Die Newsfeeds der Mitglieder werden von Facebook ohnehin nach Algorithmen gefiltert, um sie nicht mit Informationen zu überfluten. (dpa/rs)

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