Kaum im Umlauf, schon kopiert

Fälschungen vom neuen Fünf-Euro-Schein aufgetaucht

21. Juli 2013
Jahrelang tüftelten Europas Währungshüter am neuen Fünf-Euro-Schein. Bereits kurz nach seiner Einführung tauchen erste Fälschungen auf. Eine Welle falscher Fünfer ist deswegen aber kaum zu befürchten.

Mehr Sicherheit soll er bringen, der neue Fünf-Euro-Schein. Doch Geldfälscher lassen sich von technischen Neuerungen nicht schrecken: Kaum war die überarbeitete Banknote Anfang Mai eingeführt, versuchten sich Kriminelle schon an ersten Fälschungen. Die sind noch ziemlich plump, zeigen aber dennoch: Der Wettlauf zwischen Währungshütern und Geldfälschern geht weiter.

Das Papier ist dick und abgegriffen, die verschwommen-bunten Motive auf der Vorderseite wirken wie mit Tuschestift nachgezeichnet, Wasserzeichen ist gar keines zu erkennen. Trotzdem konnte ein Unbekannter mit diesem vermeintlichen Fünf-Euro-Schein Ende Mai in Nordrhein-Westfalen einkaufen. Der Schwindel fiel erst auf, als die Blüte bei der Bank eingezahlt werden sollte.

Anfang Juni tauchte eine weitere Kopierfälschung des neuen Fünfers im Saarland auf - fiel aber ebenfalls erst auf, nachdem sie zum Bezahlen genutzt worden war. "Jede dieser Fälschungen kann erkannt werden, wenn man mehrere Sicherheitsmerkmale prüft", betont Helmut Rittgen, Leiter des Zentralbereichs Bargeld bei der Bundesbank. "Das gilt auch für den neuen Fünfer: Die auffällige Smaragdzahl erleichtert zwar die Echtheitsprüfung. Wir warnen aber davor, sich auf ein einziges Sicherheitsmerkmal zu verlassen."

Die gute Nachricht: Im ersten Halbjahr blieb es in Deutschland bei den zwei Fälschungen des überarbeiteten Fünf-Euro-Scheins. Insgesamt sechs weitere wurden in Frankreich, Italien und Spanien aus dem Verkehr gezogen. "Die ersten Fälschungen des neuen Fünf-Euro-Scheins sind von ausgesprochen geringer Qualität", schildert Rittgen. "Das war nach dem Start des Euro-Bargeldes 2002 auch so: Damals hat es eineinhalb bis zwei Jahre gedauert, ehe hochwertigere Druckfälschungen in größerem Stil in Umlauf kamen."

Doch Rittgen zeigt sich überzeugt: "Dass nun eine Welle von gefälschten Fünfern über uns schwappt, ist nicht zu befürchten." Risiko und Ertrag stehen für Fälscher bei kleinen Scheinen nicht in einem lohnenden Verhältnis - so platt muss man es ausdrücken.

Seit Jahren sind die am häufigsten auftauchenden Blüten sowohl in Deutschland als auch in Europa 20er und 50er. In Deutschland machten diese beiden Scheine in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 80 Prozent des Falschgeldaufkommens aus. Hergestellt werden die Blüten vor allem in Südeuropa, als Hochburgen gelten Italien und Spanien.

Die wenigen Fünf-Euro-Fälscher könnten schlicht auch die zeitweilige Verwirrung nach Einführung des überarbeiteten Scheins ausgenutzt haben: Etliche Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn sowie einiger regionaler Verkehrsgesellschaften akzeptierten die neuen Fünfer, die seit 2. Mai im Umlauf sind, zunächst nicht, weil die Software der Automaten zu spät aktualisiert wurde.

Und mancher Verbraucher hielt das offizielle neue Design der Fünfer gar für eine Fälschung: Anfang Mai brachte ein junger Mann in Bielefeld zwei druckfrische Fünf-Euro-Banknoten zur Polizei. Es handele sich wohl um Falschgeld, so seine Analyse. Als die Beamten feststellten, dass es Scheine der neuen Serie sind, hatte der schätzungsweise 25- bis 30-Jährige die Wache längst verlassen - und die Polizei machte sich auf die Suche nach dem Eigentümer der echten Scheine. (dpa/rs)

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