Unterschätztes Risiko

Fast jeder Dritte sendet Geschäfts-E-Mails von privat

29. Dezember 2005
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
E-Mail-Filter und Technologien, die den Versand empfindlicher Meldungen blocken, sind in vielen Unternehmen Mangelware. Gleiches gilt für verbindliche Regeln im Umgang mit E-Mails: 62 Prozent aller befragten Mitarbeiter gaben in einer Studie des E-Mail-Security-Spezialisten Mirapoint an, geschäftliche Mitteilungen über den privaten Account zu versenden.

In der Befragung unter 360 Angestellten aus verschiedenen Branchen erklärte nur rund ein Fünftel, die Firma filtere ausgehende E-Mails. 42 Prozent verneinten diese Frage und 36 Prozent waren darüber nicht informiert.

Nur 38 Prozent der befragten Angestellten geben an, geschäftliche E-Mails nie vom privaten Account zu verschicken.
Nur 38 Prozent der befragten Angestellten geben an, geschäftliche E-Mails nie vom privaten Account zu verschicken.

Ein genauer Blick auf die Antworten zeigt, dass acht Prozent der Mitarbeiter "oft“ geschäftliche E-Mails über den eigenen, privaten Account verschickt, 22 Prozent tun das "manchmal“ und 32 Prozent "selten“. Nur 38 Prozent gaben an, "nie“ den eigenen Account für Berufliches zu nutzen.

Mirapoint warnt vor Schäden, die durch das unkontrollierte Versenden vertraulicher Inhalte entstehen können. Zugleich führen die Marktforscher die Ergebnisse darauf zurück, dass die Firmen ihre Mitarbeiter in punkto E-Mail-Sicherheit zu wenig schulen.

Zwar räumt Bethany Mayer, Chief Marketing Officer von Mirapoint, ein, dass die Befragten ihre privaten Accounts auch in solchen Fällen nutzen könnten, in denen das unternehmenseigene E-Mail-System nicht funktioniere. "Ein Angestellter mag einfach nur dringende Arbeiten fortsetzen wollen“, so Mayer. Das hält sie im Wesentlichen jedoch für Einzelfälle. Generell sei das Missbrauch-Risiko höher einzustufen.

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