Christian Lindner

FDP-Chef sieht Wirtschaft digital nicht gerüstet

28. November 2016
Die Zahl der Unternehmen in Deutschland ist rückläufig. Zu wenig Start-ups kommen nach. Schuld sei eine schlechte Gründerkultur und zu geringes Risikokapital, heißt es in einer Studie im Auftrag der Liberalen.
FPD-Chef Christian Lindner sorgt sich um den Wirtschaftsstandort Deutschland.
FPD-Chef Christian Lindner sorgt sich um den Wirtschaftsstandort Deutschland.
Foto: FDP

Deutschlands Wirtschaft ist nach Ansicht des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner nicht für die digitale Zukunft gerüstet. "Jahr für Jahr verliert unser Land Unternehmen und zu wenige Start-ups finden bei uns ein Zuhause", sagte Lindner der Deutschen Presse-Agentur. Der FDP-Chef verwies dabei auf eine entsprechende neue Studie im Auftrag seiner Partei. Er fügte hinzu: "Lästige Bürokratie und zu hohe Steuern bremsen die Gründungsdynamik."

Der Bundesregierung warf Lindner vor, seit Jahren die völlig falschen Prioritäten zu setzen. Sie "macht Arbeit teurer, baut den Sozialstaat aus und verschläft den Glasfaserausbau, der für die Gigabit-Wirtschaft dringende Voraussetzung ist". Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) stünden "für die alte Wirtschaft und liefern zu wenig Impulse für eine dynamische Gründerkultur".

Zu einer solchen Gründerkultur gehöre unter anderem, dass an Schulen und Hochschulen die digitale Bildung vorankomme und junge Unternehmen qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland anwerben dürften. "Wenn sich die Union weiter einem Einwanderungsgesetz verschließt, werden schnell wachsende und global ausgerichtete Start-ups in Deutschland nicht ihre Zukunft sehen", warnte der FDP-Chef.

Nach der Studie wird es in Deutschland Ende des Jahres etwa 33000 Unternehmen weniger geben als zu Beginn des Jahres. Wie schon 2015 geht die Zahl von Unternehmensneugründungen auch 2016 spürbar zurück. Mit insgesamt rund 388000 Existenzgründungen wurden 2015 rund 12000 oder 3,0 Prozent weniger Gründungen verzeichnet als im Jahr zuvor.

Für 2016 erwarteten Experten eine Fortschreibung des negativen Trends. Dies gelte insbesondere für die gewerblichen Gründungen. Während deren Anzahl laut Studie erneut sinken dürfte, wird im Bereich der Freien Berufe sowie der Land- und Forstwirtschaft ein leichter Anstieg erwartet. Im Jahr 2015 gab es rund 299000 Gründungen im Bereich des Gewerbes, 83000 bei den Freien Berufen und 6000 in der Land- und Forstwirtschaft.

Wirtschaftsexperten machen diesen Angaben zufolge für diese Entwicklung unter anderem eine schlechte Gründerkultur in Deutschland sowie zu geringes Risikokapital verantwortlich. (dpa/rs)

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