BI-Anwendungen versuchen, Spreadsheets zu integrieren

Feldzug gegen Excel gekämpft und verloren

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
CIOs müssten es eigentlich besser wissen. Aber auch sie vertrauen beim Management der IT-Kosten oft weiter auf Excel-Tabellen, anstatt BI-Tools zu nutzen. Die Spreadsheets werden Teil der Unternehmens-IT bleiben. Umso mehr kommt es auf einen klugen Umgang damit an.
Ungeziefer-Alarm: BI-Experte Thomas Wailgum vergleicht die Verbreitung von Excel mit der von Kakerlaken.
Ungeziefer-Alarm: BI-Experte Thomas Wailgum vergleicht die Verbreitung von Excel mit der von Kakerlaken.

Excel-Spreadsheets führen oft genug zu Fehlern und Inkonsistenzen – etwa im ReportingReporting, bei dem Verstöße gegen rechtliche Vorgaben teuer werden können. Wegen der Vorlieb der Anwender für das manuelle Erstellen von Tabellen lässt sich das Tool aber aus der Unternehmenswirklichkeit nicht eliminieren. Wie man inzwischen bei Analystenhäusern wie Forrester weiß, ist der Feldzug gegen Excel gescheitert. Umso wichtiger sind Vorgaben, die Wildwuchs vermeiden helfen und Risiken ausschalten. Alles zu Reporting auf CIO.de

„Spreadsheets sind das technologische Äquivalent von Küchenschaben“, schrieb Kolumnist Thomas Wailgum kürzlich auf unserer Schwesterpublikation CIO.com. Wie Kakerlaken vermehren sie sich umso mehr, wenn man drauftritt. Boris Evelson, Principal Analyst bei Forrester Research, bekennt im hauseigenen Blog: „Wir alle wissen, das der Krieg oder der Kampf gegen die Ausbreitung von Spreadsheets in Unternehmen geführt und verloren wurde.“ Business IntelligenceBusiness Intelligence (BI) und Performance ManagementPerformance Management sollten lange Zeit die Alternative zum Spreadsheet-Gewurstele sein und jenseits davon für ein konsistentes und korrektes Datenmanagement sorgen. Der neue Ansatz ist es, die Vorlieb der Anwender für Excel in BI-Systeme zu integrieren. „Die Spreadsheets für BI sind hier, um für lange, lange, lange Zeit zu bleiben“, weiß Evelson. Alles zu Business Intelligence auf CIO.de Alles zu Performance Management auf CIO.de

Die BI-Anbieter tragen dem Problem längst Rechnung. Oracle beispielsweise bietet für seine BI-Anwendungen Spreadsheet Add-Ins an. Die Anwender können damit über Excel Daten aus dem Oracle OLAP suchen und ansehen. Damit kann die beliebte Aufbereitung von Information wie gewohnt stattfinden, ohne dass in der unternehmensweiten Datenbank etwas durcheinander gerät. Es gibt also technologische Entwicklungen, um das Problem abzufedern – das kann aber nur Teil der Lösung sein. „Es sind die Menschen, die alle Schwierigkeiten verursachen“, meint dazu BI-Experte Wailgum.

Welche Ausmaße diese in der Praxis haben, verdeutlicht eine Umfrage des Worldwide Executive Council (WEC) unter 50 CIOs US-amerikanischer Großunternehmen. Demnach ist unter anderem die Spreadsheet-basierte Arbeitsweise vieler IT-Chefs dafür verantwortlich, dass keine Echtzeit-Transparenz über Total Cost of Ownership (TCOTCO) und Return on Investment (ROIROI) von IT-Dienstleistungen herrscht. Alles zu ROI auf CIO.de Alles zu TCO auf CIO.de

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