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CIO-Tugenden

Fest im Sattel statt auf dem Schleudersitz

Managing Director, Technology Strategy, Accenture Strategy
Mit der zunehmenden digitalen Ausrichtung eines jeden Unternehmens wächst auch der Druck auf CIOs. Gerade für neue CIOs gilt: Je kraftvoller der Start, desto besser.

Digitale Innovation lässt die Grenzen zwischen Branchen, Kunden und Produktentwicklern oder auch zwischen Business und IT verschwimmen. Für den CIO ergibt sich daraus das Erfordernis, zwischen den verschwommenen Linien lesen zu können, die eigene Nische zu finden und einen frischen Fußabdruck im Unternehmen zu hinterlassen.

Der Fokus unserer Welt liegt heute auf Geschwindigkeit. Da die Digitalisierung das Innovationstempo massiv steigert - und damit auch die Erwartungen von Führungskräften und Kunden - sehen sich CIOs mit der Herausforderung konfrontiert, parallel in verschiedenen Tempi zu operieren. IT-Organisationen müssen schließlich einerseits die Funktionalität der Unternehmensapplikationen und Infrastrukturen gewährleisten. Andererseits sollen sie jedoch auch neue Projekte mit ganz unterschiedlichen Zeitplänen begleiten und führen. Hinzu kommen Anforderungen aus dem Geschäft, wie beispielsweise eine schnelle Markteinführung digitaler Angebote. Die Arbeit in einem solch komplexen Umfeld wird für den CIO schon bald zur neuen Normalität, eine Normalität steter Veränderung.

Durchschnittliche Verweildauer nur 3 bis 4 Monate

Die Technologieverantwortlichen kämpfen dabei gegen die Zeit. So zeigt die High Performance IT-Studie von Accenture, dass neuen CIOs lediglich 90 bis 120 Tage bleiben, um einen nachhaltig guten Eindruck zu hinterlassen. Ohne signifikante Performance-Steigerungen innerhalb des ersten Jahres ist die Verweildauer auf der Position absehbar - sie fällt im Vergleich zu anderen Vorstandskollegen im Durchschnitt ohnehin deutlich kürzer aus. Dies mag sicherlich auch dem ungleich schnelleren Wandel im Geschäftsumfeld des CIO geschuldet sein.

Doch auf der anderen Seite zahlt es sich verstärkt aus, die hohen Anforderungen zu erfüllen, wie die leistungsfähigsten IT-Organisationen beweisen: 84 Prozent der CIOs in diesen Unternehmen sind bereits seit mehr als drei Jahren in ihrer Position. Dabei zeichnen sie sich insbesondere durch drei Schlüsselmerkmale aus:

  1. Die Fähigkeit, verlässliche IT zu einem angemessenen Preis zu liefern.

  2. Ein hohes Maß an Agilität in einem sich rasch verändernden Geschäftsumfeld mit fortlaufend neuen technischen Möglichkeiten und

  3. eine Kultur der Innovation, flankiert von der notwendigen Technologie, um entsprechende Initiativen zu unterstützen.

Doch selbst erfolgreiche CIOs sehen ihre Felle davon schwimmen. In der digitalen Welt verstehen sich nämlich Führungskräfte aus allen Bereichen als Innovationstreiber. Dies zeigt sich auch in der Accenture Technology Vision 2015, wonach nur 34 Prozent der Führungskräfte ihre IT-Organisation als Ursprungsort künftiger Innovationen sehen. Vor zwei Jahren lag ihr Anteil noch bei 71 Prozent. Der Kampf um die Vormachtstellung in der digitalen Welt ist vollends entbrannt - und der CIO ist nicht länger automatisch in der Rolle des Gestalters. Insbesondere mit Chief Digital Officers werden CIOs in den nächsten Jahren um die Hoheit über Information und Technologie ringen müssen.

Der CIO als echter Stratege

Dennoch finden sich in der Gemengelage verschiedener technologischer Geschwindigkeiten, verschwimmender Kompetenzfelder und unsicherer Positionierungen durchaus auch große Möglichkeiten. Führende CIOs können den Wandel herbeiführen wie nie zuvor. Sie können ihre Organisationen als digitale Katalysatoren aufstellen - mit denen sie ganze Branchen verändern und wesentliche Geschäftsherausforderungen bewältigen. Genau dies sind auch die Möglichkeiten, die Kandidaten am Top-IT-Job reizen und sie motivieren: Der CIO als echter Stratege.

Kurzum: CIOs müssen von Anfang an beweisen, dass sie in der Lage sind, Technologie und digitale Innovation schnellstmöglich in neue Fähigkeiten, Produkte und Services für das Unternehmen zu verwandeln. Gleichzeitig wird erwartet, dass bestehende Probleme zügig angegangen und vorhandene Lücken geschlossen werden. Aber welches sind die Charakteristika und Kompetenzen, welche CIOs im digitalen Zeitalter mitbringen müssen? Was kennzeichnet den Erfolg in der Rolle des CIOs? Wie bekommen die Technologieorganisationen die Weiterentwicklung von IT-Altlasten und den Aufbau agiler Strukturen unter einen Hut?

All dies werde ich in meinem nächsten Beitrag rund um die wichtigsten ersten Schritte für neue CIOs beantworten.

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