Kostenvorteil zu deutschen Software-Entwicklern schrumpft

Firmen entdecken Nachteile des Offshoring

08. Mai 2006
Von Thomas Zeller
Das Offshoring der Software-Entwicklung wird von vielen Unternehmen zunehmend skeptischer gesehen. Das geht aus einer Umfrage des Dienstleisters adesso hervor. Zwar werden den Anbietern aus Billiglohn-Ländern Kostenvorteile bescheinigt, doch dieser Preisvorteil wird durch den deutlichen Vorsprung deutscher Dienstleister bei Produktivität und Fach- bzw. Prozesswissen mehr als ausgeglichen.
Probleme in der Zusammenarbeit mit Dienstleistern.
Probleme in der Zusammenarbeit mit Dienstleistern.

Eine deutliche Mehrheit von 75 Prozent der Umfrageteilnehmer ist der Meinung, dass die von ihrem Unternehmen getätigte Anwendungsentwicklung ganz oder zumindest in Teilen auch von externen Dienstleistern durchgeführt werden kann. In die Praxis setzen die Unternehmen diese Überlegungen jedoch nicht um. Nur 37,8 Prozent der Befragten lassen ihre Individual-Software tatsächlich extern entwickeln.

Das ergibt für Entwicklungsdienstleister ein Kundenpotenzial von etwa 37 Prozent der teilnehmenden Unternehmen, die momentan zwar noch nicht auf externe Entwickler setzen, das aber grundsätzlich für möglich halten. Lediglich 14,7 Prozent der Teilnehmer sehen keinerlei Möglichkeit zum OutsourcingOutsourcing ihrer Anwendungsentwicklungsprozesse. Alles zu Outsourcing auf CIO.de

Die Stärken deutscher Entwickler: Qualität und Fach-Know-how

Outsourcing von Teilen der Anwendungsentwicklung.
Outsourcing von Teilen der Anwendungsentwicklung.

Dabei haben deutsche Anbieter im Meinungsbild die Nase vorn: Etwa 70 Prozent der Umfrage-Teilnehmer bewerten die Leistung inländischer Software-Entwickler als "gut" oder "sehr gut". Im Gegensatz dazu erhalten Offshore-Entwickler nur von rund 19 Prozent der Teilnehmer die Note 1 oder 2 und werden sogar von zwölf Prozent mit "mangelhaft" oder "ungenügend" bewertet.

Die größten Probleme in der Zusammenarbeit mit Offshore-Entwicklern sehen die Umfrageteilnehmer bei Fach- und Prozesswissen (rund 69 Prozent), aber vor allem auch in Kommunikation und Abstimmung (ebenfalls 69 Prozent) sowie bei der daraus resultierenden Software-Qualität (40 Prozent).