Zehn wegweisende IT-Innovationen

Firmen fordern mehr Effizienz von der IT

22. Oktober 2004
Von Detlef Scholz
Die Deutsche Bank Research hat zehn wegweisende Innovationen der Informationstechnik auf ihr Verbreitungspotenzial in den kommenden zehn Jahren analysiert. Alle zehn sind vom Streben nach mehr Effizienz und Sicherheit bestimmt. Als besonders zukunftsträchtig gelten die Biometrie, Open-Source-Software und Funketiketten (RFID).

Mit den wirtschaftlichen, politischen und technischen Veränderungen der vergangenen Jahre kristallisierten sich im ITK-Sektor zwei grundlegende Trends heraus. Zum einen rücken nach dem Flop der "New Economy" Bestrebungen nach mehr Effizienz in den Fokus der Entscheider. Zum andern haben Terroranschläge und zunehmende Web-Attacken den Sicherheitsaspekt nachdrücklich betont. Es geht hierbei sowohl um die Zuverlässigkeit der Prozesse als auch um die Vertraulichkeit und Integrität der Daten. Allein im Mai 2004 kursierten im Internet 1.000 neue Viren. Daneben stieg die Zahl betrügerischer Phishing-Mails (PhishingPhishing: Kunstwort aus "Passwort" und "Fishing") innerhalb von zwölf Monaten allein in Deutschland von 300 auf 200.000 an. Der Schutz vor Spionage und Zerstörung ist eine weitere wichtige Facette der IT-Sicherheit. Alles zu Phishing auf CIO.de

Die Deutsche Bank Reasearch weist darauf hin, dass die beiden Trends Effizienz und Sicherheit nicht zwangsläufig gleichgerichtet sind. Zumindest kurzfristig kann das Streben nach Effizienz (zum Beispiel Kostenreduktion um jeden Preis) Sicherheitsanforderungen zuwider laufen. Aus den beiden Trends leiten sich nach Auffassung der Deutsche Bank Research zehn innovative ITK-Produkte und -Prozesse ab:

VoIP reflektiert eindeutig den Trend nach Effizienz. Es konnte sich bislang in Deutschland nicht durchsetzen, unter anderem wegen der schlechten Sprachqualität. So erklärt sich, dass derzeit nur zwei Prozent des gesamten Minutenaufkommens der Telefonate auf die 300.000 angemeldeten VoIP-Anschlüsse entfallen. Doch nun sollen verbesserte Sprachqualität und bis zu 90 Prozent günstigere Tarife den Durchbruch bringen. Eine große Kostendifferenz existiert aber nur bei Auslandsgesprächen zur Hauptzeit. In anderen Fällen unterscheiden sich die Tarife nur um wenige Cent. Daher lohnt sich VoIP bislang nur für Großunternehmen mit über den Globus verstreuten Standorten. Fazit: Die Deutsche Bank Research bezweifelt, dass VoIP als allein stehende Offerte außerhalb eines Servicepakets des Providers ein großes Marktpotenzial besitzt.

Bei den drahtlosen Technologien wie UMTS und WLANWLAN hofft vor allem der Außendienst, Breitbanddienste wie umfassende Datenbanken bequemer als bisher über mobile Endgeräte nutzen zu können. Doch fällt den Unternehmen die Integration mobiler Lösungen in bestehende IT-Strukturen schwer. Hemmschuh für die stärkere Verbreitung von WLAN bleibt die geringe Zellgröße von maximal 500 Meter. Auch die uneinheitlichen Tarifmodelle (Insellösungen) der konkurrierenden WLAN-Betreiber schränken die Marktmöglichkeiten dieser Technik ein. Bis Ende dieses Jahrzehnts soll mit der Wimax-Technologie eine verbesserte Version (bis zu 50 km Zellgröße, Bandbreite 70 Megabit pro Sekunde) zur Verfügung stehen. Alles zu WLAN auf CIO.de

Die Quantenkryptografie betrifft den vertraulichen Datentransfer und die Authentifizierung der Geschäftspartner. Diese Methode bricht aus dem kostenintensiven Wettlauf um die gerade sicherste mathematische Codierung aus. Statt einer solchen nutzt sie Quantenzustände von Mikropartikeln. Ein Lauschangriff würde den Quantenzustand aus physikalischen Gründen zwangsläufig verändern und die Attacke sofort bloßstellen. Derzeit hadert diese Technik noch mit Problemen bei der Übermittlung von Daten über lange Distanzen. Prototypische Anwender sind das Finanz- und Versicherungsgewerbe.

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