Indische Provider erobern Europas Geschäftswelt

Firmen lagern heimlich in die Ferne aus

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Unternehmen, die sich beim Offshoring zurückhalten, drohen im Wettlauf um geringere Kosten und hohe Erträge ins Hintertreffen zu geraten. Europäische Firmen lagern nämlich längst verstärkt nach Indien aus, ohne ihr Engagement an die große Glocke zu hängen. Darauf machen die Analysten von Gartner aufmerksam.

Ende vergangenen Jahres verzeichneten die großen IT-Anbieter des Subkontinents astronomische Wachstums-Raten: mehr als 40 Prozent die drei Alpha-Tiere TCS, Infosys und Wipro. Der etwas kleinere Anbieter Cognizant erzielte sogar 60 Prozent. Der stärkste Zuwachs speist sich laut Gartner aus dem Geschäft mit Europa: nicht nur mit Großbritannien, sondern immer mehr auch mit Firmen vom Festland.

Nach Einschätzung der Analysten bröckelt die Scheu vor dem Offshoring, die Kontinental-Europäer stets von den Anglo-Amerikanern unterschied. Und dennoch wirken Gründe für die traditionelle Zurückhaltung - die Sorge ums eigene Image in einer bei sozialen Fragen kritischen Öffentlichkeit - nach: Die Unternehmen lagern deshalb aus, ohne diesen Strategie-Wechsel in die Welt zu posaunen.

Die Provider vom Ganges reagieren darauf bereits, indem sie Personal in Europa rekrutieren: nicht nur Verkäufer, sondern auch Berater, Projekt-Manager und Mitarbeiter für Liefer-Zentren vor Ort.

Auf Augenhöhe mit eingesessenen Service-Anbietern befinden sich die indischen Dienstleister nach Einschätzung von Gartner noch nicht. Zunächst müssten sie drei Herausforderungen bewältigen:

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