Neue Methoden notwendig, um Kunden im virtuellen Raum zu gewinnen

Firmen müssen "Generation V" ansprechen

21. Dezember 2007
Von Nicolas Zeitler
Die "virtuelle Generation" wird in den kommenden Jahren immer stärker Kultur, Gesellschaft und Wirtschaft beeinflussen. Firmen müssen sich darauf einstellen. Laut den Marktforschern von Gartner wird Marketing über das Internet bis 2015 bedeutender sein als Offline-Vermarktung.
Die Generation V: Internet-affin und in ihren Interessen und Ansichten schwer als Gruppe zu fassen.
Die Generation V: Internet-affin und in ihren Interessen und Ansichten schwer als Gruppe zu fassen.

Den Anstoß zu dieser Entwicklung hat nach Ansicht der Analysten das Web 2.0 gegeben. Rasend schnell haben sich virtuelle Welten und soziale NetzwerkeNetzwerke vermehrt. Bis zum Jahr 2015, so prophezeien die Analysten, werden die meisten Menschen jeden Tag mehr Zeit im Internet verbringen und dort mit anderen kommunizieren, als sie zusammengenommen mit dem Lesen von Zeitschriften und Zeitungen, Fernsehen oder Radiohören zubringen. Alles zu Netzwerke auf CIO.de

Dementsprechend müssen Firmen ihre Marketing-Aktivitäten ebenfalls mehr und mehr ins Netz verlagern. In acht Jahren sollen daher auch die Gesamtausgaben für die Vermarktung von Produkten übers Internet höher sein als die Beträge, die Firmen für das Marketing offline aufwenden.

Typisch für die "virtuelle Generation" ist, dass sich einzelne Zielgruppen immer schwieriger voneinander abgrenzen lassen. Verhalten, Einstellungen und Interessen der einzelnen User vermischen sich zusehends in den virtuellen Welten. Das wirkliche Alter, Geschlecht, Einkommen oder die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gesellschaftsschicht spielen Gartner zufolge bei den virtuellen Identitäten der Menschen kaum eine Rolle. Stattdessen könne sich in Internet-Communities jeder nach den jeweils dort geltenden Regeln in den Mittelpunkt stellen und Anerkennung verdienen - so etwa auch ein elfjähriges Kind in einem Online-Spiel.

Klassische Marketing-Zielgruppen wie die der Baby-Boomer oder auch die Generation X verlieren vor dem Hintergrund dieser Prognose an Bedeutung. Die Unterscheidung von verschiedenen Generationen nach deren wirklichem Lebensalter wird Gartner zufolge bald überholt sein. Denn anhand der Identität, die sich der Nutzer einer Internet-Community kreiert, lässt sich kaum unterscheiden, ob er im echten Leben beispielsweise zur Generation X gehört.