Kosten senken durch zentralen Einkauf von Waren

Firmen nutzen E-Procurement nicht

18. Juli 2005
Von Dorothea Friedrich
In deutschen Unternehmen laufen viele Beschaffungsprozesse an der Einkaufsabteilung vorbei. Sie ist in nur gut zwei Drittel aller Vorgänge eingebunden. Gerade der Einkauf von Dienstleistungen ist immer noch Sache der Fachbereiche. Abhilfe könnte ein IT-gestütztes Supply Valuation Circle Management schaffen. Damit können Einsparungen von mehr als zehn Prozent erreicht werden, wie eine Studie der Beratungsgesellschaft Deloitte herausgefunden hat.

So genannte nicht-traditionelle Beschaffungsfelder, wie beispielsweise Patente und Rechte, Finanz- und Marketing-Dienstleistungen, Personal oder Beratung machen bis zu 28 Prozent des gesamten Beschaffungsvolumens eines Industrieunternehmens aus.

Doch in drei Viertel aller Unternehmen ist dafür nicht die Einkaufsabteilung, sondern der jeweilige Fachbereich zuständig. Die Rolle des Einkaufs reduziert sich in diesem Prozess auf den rein operativen Bestellvorgang und mögliche Preis- oder Nachverhandlungen. Sie ist jedoch beispielsweise nicht in die Lieferantenauswahl eingebunden.

Ist der Einkauf auch für nicht-traditionelle Warengruppen zuständig, führt das zu Kosteneinsparungen.
Ist der Einkauf auch für nicht-traditionelle Warengruppen zuständig, führt das zu Kosteneinsparungen.

Doch wie können Unternehmen nicht-traditionelle Beschaffungsfelder identifizieren? Deloitte schlägt dazu ein Supply Valuation Management vor. Es soll in jeder Firma als Ablaufmodell und Strategierahmen anwendbar sein.

Danach können nicht-traditionelle Beschaffungsfelder durch ein Purchasing Valuation Portfolio (PVP) ermittelt werden. Hierzu wird für alle Warengruppen festgestellt, wie intensiv der Einsatz von strategischen Einkaufsinstrumenten durch die Beschaffungsabteilung ist. Anschließend wird die Wichtigkeit der jeweiligen Warengruppe aus Sicht der Einkäufer bewertet.

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