Einkaufsabteilung gewinnt an Bedeutung

Firmen setzen bei Beraterwahl auf Short lists

03. Januar 2006
Von Tanja Wolff
Die Einkaufsprozesse in den Unternehmen verändern sich. Management-Berater treffen bei Kundenterminen zunehmend auf eine neue Auswahl- und Entscheidergruppe: die Einkäufer. Das geht aus der Studie der Beratungsfirma Lünendonk hervor.

Laut der Umfrage wird der Einkauf immer professioneller. Bei einem Viertel der befragten Firmen hat die Einkaufsabteilung, die für die Beschaffung von Beratungsleistungen zuständig ist, mittlerweile die Rolle eines Service-Centers übernommen. Einkaufsabteilungen organisieren für ihre internen Kunden, wie etwa Unternehmensbereich oder Fachabteilung, die Auswahl der Beratungshäuser. Außerdem ist der Einkauf an der Entscheidung über die Buchung von Dienstleistungen beteiligt.

Die Unternehmen erhoffen sich hierdurch vor allem eine Reduzierung der Kosten sowie eine Prozess- und Qualitätsoptimierung, so die Studie. Im Normalfall ist der Einkauf heute auch bei Projekten eingebunden, die vom Top Management initiiert werden. Ausgenommen sind dabei Aufträge, die ohne Ausschreibung direkt vergeben werden.

Der Untersuchung zufolge ist der Einkauf nicht nur für die Preisverhandlung, sondern auch für die Auswahl der Unternehmensberatungen verantwortlich. Aus diesem Grund wählt die Abteilung nicht den günstigsten Anbieter aus, sondern den mit dem besten Preis-Nutzen-Verhältnis. Große Konzerne tun sich allerdings schwer, die richtigen Berater für die große Anzahl an internen Kunden auszusuchen.

Short list wird wichtiger

Mehr als die Hälfte der Unternehmen verfügt über eine Liste mit bevorzugten Beratungspartnern.
Mehr als die Hälfte der Unternehmen verfügt über eine Liste mit bevorzugten Beratungspartnern.

Diesem Problem begegnen die Einkäufer in der Regel mit einer Liste bevorzugter Beratungspartner, der so genannten Short list. Diese Übersicht enthält im Durchschnitt zwölf Beratungsunternehmen. Im Idealfall wird die Liste mit den Kunden erarbeitet und der Einkäufer verfügt über ein abgestimmtes Dokument mit zwei bis vier Anbietern pro Beratungsthema.

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