Gute Chancen für Entwicklungsländer

Firmen sind mit Offshoring-Projekten zufrieden

18. Juni 2004
Von Detlef Scholz
Vier von Zehn europäischen Top-Unternehmen haben bereits Service-Jobs ins Ausland verlagert. Führend hierin sind britische, deutsche und Firmen aus den Benelux-Ländern. Dies geht aus einer gemeinschaftlich erstellten Studie der Unternehmensberatung Roland Berger und der Uno-Organisation Unctad hervor.

Firmen aus Großbritannien, Deutschland und den Benelux-Staaten haben einen Anteil von 90 Prozent an der Anzahl der Service-Jobs, die von europäischen Unternehmen ins Ausland verlagert wurden. Über 60 Prozent aller Offshoring-Jobs "made in Europe" stammen von UK-Firmen. Sie führen auch die Rangliste des offshore erwirtschafteten Umsatzes an.

90% der Offshore Service-Jobs sind in Großbritannien, Deutschland und den Benelux-Staaten
90% der Offshore Service-Jobs sind in Großbritannien, Deutschland und den Benelux-Staaten

Die Studie Roland Bergers und der Unctad (United Nations Conference and Development) teilt die europäischen Länder in zwei Kategorien auf: solche, die bereits offshore aktiv sind und weitere Verlagerungen planen, und solche, die es noch nicht getan haben und auch nichts dergleichen ins Auge fassen. Maßgeblich für das Nachdenken über Offshoring und die Auswahl von Zielländern sind die Personalkosten und -verfügbarkeit, die Konkurrenzsituation und die Infrastruktur.

80 Prozent der im Offshore-Bereich aktiven Firmen betrachten ihre Auslandverlagerung als sehr erfolgreich. Nur eine von Zwanzig ist unzufrieden damit. Die realisierten Kosteneinsparungen bewegen sich zwischen 20 und 40 Prozent und übertreffen häufig die Erwartungen. Doch profitieren Unternehmen häufig auch in Form von verbesserter Servicequalität. Jedes dritte Unternehmen wurde hier in den eigenen Erwartungen übertroffen.

Zahlreiche Gründe für Auswahl des Ziellandes

Die Untersuchung enthüllt, dass nicht nur Kostenvorteile und die Personalsituation ausschlagend sind für die Auswahl eines Ziellandes. Vielmehr gaben 40 Prozent der Befragten an, von "weichen" Faktoren in ihrer Entscheidung beeinflusst worden zu sein: Wie hält es die Konkurrenz?, Gibt es Fördermittel im Zielland?, Wie stabil ist die politische Lage dort?. Zudem, so die Studie, war oftmals auch die Fürsprache einer unternehmensinternen "Lobby" ausschlaggebend.

Mehr als die Hälfte aller Offshore-Projekte blieb innerhalb Europas. Als Top-Zielländer nennt die Studie Großbritannien, Irland, Spanien, Portugal im Westen und Polen, Ungarn und Rumänien im Osten Europas. Asiatische Länder, vor allem Indien, wurden in 40 Prozent aller europäischen Offshoring-Aktionen ausgewählt. Doch auch Länder Süd- und Mittelamerikas wie Brasilien und Mexiko geraten zunehmend ins Blickfeld, da deren Regierungen günstige Bedingungen schaffen. Außerdem gibt es hier keinen "Kulturschock".

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