Balanced Scorecard für Kauf

Firmen verprassen Geld bei Smartphones

01. August 2011
Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Die meisten Unternehmen wissen nicht, was ein Firmen-Smartphone kostet. Das zeigt eine Umfrage von Experton. Die Analysten geben umfangreiche Tipps.
Nur eine Minderheit hat die Smartphone-Kosten im Griff. Das musste Experton-Analyst Axel Oppermann feststellen.
Nur eine Minderheit hat die Smartphone-Kosten im Griff. Das musste Experton-Analyst Axel Oppermann feststellen.
Foto: Experton Group AG

Es scheint so einfach zu sein mit den Smartphones und der mobilen IT: Da gibt es also diese smarten und handlichen Dinger, mit denen sich fast alles anstellen lässt. Kennt man aus dem privaten Alltag und findet man prima. Weil die Teile gar so clever und praktisch sind, leuchtet auch ihr potenziell enormer Nutzen fürs Arbeits- und Geschäftsleben ein. So simpel verhält es sich ja auf den ersten Blick tatsächlich. Einem CIO ist allerdings genauso intuitiv klar, dass die Ausrüstung eines Unternehmens mit dieser Technologie und die Entwicklung einer passenden Strategie dafür ungleich tückischer sind.

Analysten der Experton Group bestätigen das zum einen und geben Hilfestellung zum anderen: Ein Befragung von Experton zeigt, dass deutsche Firmen beim Einkauf von Smartphone-Geräten bisher regelrecht prassen. Von diesem Befund ausgehend entwickeln die Analysten ein Kalkulationsskelett, auf dem Firmen aufbauen können.

Experton warnt vor überstürzten Sprüngen ins Smartphone-Abenteuer und rät dazu, sich erst einmal die nötige Zeit für eine umfassende Gesamtkostenberechnung zu nehmen. In die Kalkulation des „Total Cost of Ownership“ (TCOTCO) gehören sämtliche quantifizierbaren Größen: die Kosten für Hardware, Software der Endgeräte, Infrastruktur und Software für das Smartphone-Management, für internes Personal und externe Dienstleistungen, für Schulung der IT-Abteilung und der Anwender sowie Providergebühren. „Zusätzlich spielen Überlegungen zu einigen strategischen Faktoren eine wesentliche Rolle im Rahmen der Plattformentscheidung“, sagen die Analysten Frank Heuer und Axel Oppermann. Gemeint sind etwa Verfügbarkeit und Support von Unternehmensanwendungen, Anwendungsentwicklung und -integration sowie Sicherheitsfragen. Alles zu TCO auf CIO.de

Das sollte alles in die Gesamtkostenberechnung einfließen, die nach Empfehlung Expertons zwei Szenarien umfasst: auf Grundlage einer homogenen Infrastruktur mit nur einer Plattform und entsprechenden Endgeräten sowie auf Basis einer heterogenen Infrastruktur mit diversen Plattformen und verschiedensten Endgeräten. Ferner gelte es zu validieren, welche Bedeutung die Gesamtkosten in Relation zu den Aufwänden zum Zeitpunkt der Beschaffung haben. Dem TCO ist also der „Cost at the Point of Purchase“ gegenüberzustellen.

„So sehen Rahmenverträge mit Providern oder externen Dienstleister oftmals die Bereitstellung von Endgeräten gegen eine Umlage auf die monatliche Service- oder Verbrauchsgebühren vor“, unterstreichen Heuer und Oppermann die Bedeutung dieser Dimension. Ein weiteres Beispiel: Es sei davon auszugehen, dass sich mit Ausnahme von Apple-Produkten in den kommenden zwölf bis 18 Monaten die durchschnittlichen Verkaufspreise pro Gerät reduzieren werden. Allein schon deshalb könnten entsprechende Vergleiche und Analysen schnell für monetäre Vorteile sorgen.

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