Fehlinvestitionen in Telefonielösungen

Firmen verschwenden Geld bei IP-Telefonen

24. August 2006
Von Tanja Wolff
Unternehmen investieren in den kommenden vier Jahren unnötigerweise 20,3 Milliarden US-Dollar in teure IP-Bildschirm-Telefone. In Europa, dem mittleren Osten und Afrika (EMEA) werden insgesamt fünf Milliarden Dollar ausgegeben. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Gartner.
Nur Arbeitsplätze ohne PC brauchen IP-Bildschirm-Telefone.
Nur Arbeitsplätze ohne PC brauchen IP-Bildschirm-Telefone.

Bis 2010 erwartet Gartner, dass die Firmen mehr als 150 Millionen IP-Telefonapparate kaufen, davon 50 Millionen in EMEA. Bei 75 Prozent der Einkäufe geben die Firmen bis zu 150 Dollar mehr aus, als es eigentlich nötig wäre. Der Grund: Sie fixieren sich auf IP-Bildschirm-Telefone, auch wenn ein low-end IP-Apparat ohne Bildschirm eine bessere Lösung wäre und besser mit dem PC zu einer einheitlichen Kommunikations-Applikation verknüpft werden könnte.

Laut der Untersuchung sollten Firmen vor der Anschaffung von teuren IP-Telefonen mit Bildschirm genau abwägen, ob sich die Apparate auch rentieren. Eigentlich ist der Kauf nur den Unternehmen zu empfehlen, die keine PCs an den Arbeitsplätzen installiert haben wie etwa im Verkauf oder Gesundheitsbereich. Alle anderen Branchen sollten Unified Communication-Anwendungen (UC), also andere Tools wie beispielsweise Instant Messaging in Verbindung mit einem günstigen IP-Telefon ohne Bildschirm nutzen.

"Viele Unternehmen ersetzen die alten Telefone mit neuen, schicken IP-Bildschirm-Telefonen. Allerdings nutzen die meisten Mitarbeiter die neuen Telefone genauso wie die alten, mit wenigen neuen Extras, wie etwa der Anzeige der verpassten Anrufe oder das Adressbuch", sagt Gartner-Analyst Bob Hafner. Ironischerweise stehe das IP-Telefon in den meisten Firmen direkt neben einem PC-Bildschirm, der eine viel bessere Auflösung habe.

Der Analyse zufolge, sollte das Geld, dass durch den Kauf von günstigen IP-Apparaten gespart wird, für UC-Applikationen ausgegeben werden. Das ermöglicht den Usern ihre Produktivität mit Services wie Instant Messaging und anderen mobilen Services zu steigern. Solche Applikationen sind sinnvoller als ein Bildschirm an einem Telefon.

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