Bilanzen, Compliance, Haftung

Fit für den Aufsichtsrat

Andrea König schreibt seit 2008 für CIO.de. Die Schwerpunkte ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager. Die Arbeit als freie Autorin für verschiedene Redaktionen ist mittlerweile kein Vollzeitjob mehr - hauptberuflich arbeitet sie als PR-Beraterin bei einer Hamburger Kommunikationsagentur.

Für die Aufsichtsratsschulung der Telekom befasst Pfützner sich unter anderem mit den folgenden Themen: Freigabe der strategischen Planung und Ausrichtung strategischer Organisationsänderungen, Prüfung der Einhaltung von Compliance-Regeln, Prüfung des Unternehmensergebnisses, Zustimmung zu außerordentlichen Transaktionen, ReportingReporting an Unternehmens-Stakeholder, Berufung der Geschäftsführung und Vorstände. Die lange Liste zeigt: Ein Aufsichtsratsmitglied muss deutlich mehr investieren als viermal pro Jahr an Sitzungen teilzunehmen. Alles zu Reporting auf CIO.de

"Die Anforderungen an Aufsichtsräte sind in den vergangenen Jahren enorm gestiegen, zum Beispiel im Hinblick auf die deutlich höhere Komplexität und Geschwindigkeit von unternehmerischen Entscheidungen, den rechtlichen Änderungen und Vorgaben, den gesellschaftlichen, gesetzlichen und ComplianceCompliance-Anforderungen", erläutert Pfützner. Sie verfolgt ein klares Ziel: "Natürlich ist es mein Ziel, eine Position in einem Aufsichtsrat zu übernehmen. Ich bin sicher, dass mich dieses Programm in eine optimale Startposition bringt." Alles zu Compliance auf CIO.de

Sie und die anderen Schulungsteilnehmerinnen treffen sich im März in Wien wieder, um dann mehr über das Thema Jahresabschlussbericht zu erfahren. Im nächsten Schritt möchte der Telekom-Konzern sein Programm dann auch auf Männer ausweiten.

Wenige Tage Weiterbildung reichen nicht aus

Monika Schulz-Strelow ist Präsidentin von FidAR. Der Verein hat gemeinsam mit RWE ein Schulungsprogramm für potenzielle zukünftige weibliche Aufsichtsräte entwickelt.
Monika Schulz-Strelow ist Präsidentin von FidAR. Der Verein hat gemeinsam mit RWE ein Schulungsprogramm für potenzielle zukünftige weibliche Aufsichtsräte entwickelt.
Foto: Inga Haar

Ein weiteres Schulungsprogramm für potenzielle zukünftige weibliche Aufsichtsräte gibt es zum Beispiel bei RWE. Der Verein FidAR - Frauen in die Aufsichtsräte hat es zusammen mit RWE entwickelt. Mit seinen insgesamt 900 Gesellschaften ist RWE weit verzweigt, die Schulung greift diese vielfältigen Themen auf: Rechte und Pflichten von Aufsichtsräten, energiepolitische Themen, Kommunalthemen, Strategie, Steuern und Bilanzen.

FidAR-Präsidentin Monika Schulz-Strelow begleitet das Programm intensiv: "Es ist entscheidend, dass einem vor der Übernahme eines Aufsichtsratspostens klar ist, welche fachlichen Kompetenzen notwendig sind. Man muss zum Beispiel Bilanzen lesen können, die unterschiedlichen Sprachregelungen des Unternehmens beherrschen und sich mit dem Thema Haftung beschäftigen."

Ihr Verein selbst hat für das RWE-Programm ein zweitägiges Modul entwickelt, in dem die Managerinnen unter anderem erfahren, wie sie sich persönlich auf eine Aufsichtsratsaufgabe vorberéiten können und in einem MedientrainingMedientraining für Konfliktsituationen üben, auf kritische Journalistenfragen zu reagieren. Alles zu Karriere auf CIO.de

Persönlichkeit und Social Skills auch gefragt

Doch Monika Schulz-Strelow stellt klar: "Die fachlichen Kompetenzen sind das eine, für ihre Vermittlung gibt es mittlerweile mehrere Angebote auf dem Markt. Wichtig sind aber natürlich auch die Persönlichkeit, die Erfahrungen und die sozialen Kompetenzen. Ich würde keinem und keiner raten, nach nur wenigen Tagen Weiterbildung der Meinung zu sein, dass diese Weiterbildung ausreicht, direkt einen Aufsichtsratsposten zu übernehmen."

Informationen über die Aufgaben eines Aufsichtsrates bündelt zum Beispiel die PwC-Publikation Die Unternehmensüberwachung.

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