Business Intelligence

Flächendeckender Einsatz Fehlanzeige

29. April 2010
Thomas Pelkmann ist freier Journalist in Köln.
Das Thema Business Intelligence nimmt an Bedeutung zu, ist jedoch noch weit davon entfernt, flächendeckend in allen Unternehmen zum Geschäftsalltag zu gehören. Die meisten Entscheidungsträger verzichten zudem noch weitgehend auf die Einbeziehung von Echtzeit-Daten. Das ist das Ergebnis aktueller Studien.

In den letzten Jahren, so das Marktforschungsunternehmen RAAD Research, habe das Thema Business Intelligence im Mittelstand "deutlich an Bedeutung gewonnen". Von einem "flächendeckenden Einsatz" von Instrumenten für die Analyse von Geschäftsvorfällen könne dennoch nicht die Rede sein. Inklusive der Eigenentwicklungen, ergab eine Befragung der RAAD unter mehr als 1.800 IT-Leitern mittelständischer Unternehmen, verfügen nur rund 44 Prozent der deutschen Mittelständler über "produktive Business-Intelligence-Landschaften", weitere acht Prozent planten deren Aufbau.

Bei der Auswertung der Umfrage aus dem November 2009 stellte RAAD aber branchenspezifische Unterschiede fest. "Führend", heißt es bei RAAD, zeigten sich vor allem Branchen, die aufgrund geringerer Margen unter hohem Kostendruck stünden. Dazu zählt der HandelHandel mit einem Verbreitungsgrad von 58 Prozent, die Konsumgüterindustrie (52 Prozent) sowie die mittelständische Medien- und Verlagsbranche (49 Prozent). Top-Firmen der Branche Handel

In der Umfrage zeige sich, so RAAD, "dass das Thema Business IntelligenceBusiness Intelligence in den mittelständischen Unternehmen weniger aus Sicht der Entscheidungsoptimierung innerhalb einzelner Prozesse gesehen wird, sondern noch immer sehr stark der Bereich Reporting, also die Verteilung von Informationen auf Basis aggregierter Daten im Vordergrund steht". Daran "nicht ganz unschuldig" seien die Anbieter von BI-Lösungen. Die hätten den Begriff in der Vergangenheit häufig auf solche Reportinglösungen beschränkt, was dem weiterreichenden Anspruch von BI als Oberbegriff von Reporting, OLAP und Data Mining aber nicht gerecht werde. Alles zu Business Intelligence auf CIO.de

Doch, so dokumentiert ein aktuelles IDC-Whitepaper, das ändert sich. Operatives Business Intelligence in Echtzeit, anderswo als "Active Data Warehousing" bezeichnet, gewinnt demnach für Organisationen in Europa zunehmend an Bedeutung. Mit Hilfe eines solchen Active Data Warehouses lassen sich strategische und taktische Business Intelligence über alle Unternehmensbereiche hinweg aufbauen, heißt es in dem Whitepaper.

Auf der Grundlage der so gewonnenen Daten können die Mitarbeiter zunehmend in Echtzeit auf aktuelle Informationen zugreifen, Analysen durchführen, Vorhersagen aufstellen und so letztlich schneller bessere Entscheidungen treffen. IDC hat für das Whitepaper insgesamt 181 Unternehmen aus Europa und quer durch alle Branchen befragt. Rund ein Fünftel der befragten Firmen kommt aus Deutschland. Jeweils die Hälfte der Interviewpartner trägt IT- oder Business-Verantwortung.

Zur Startseite