Verkehr

Forscher machen unsere Straßen schlau

15. Juli 2013
Von Benjamin Reuter und Andreas Menn
Forscher verwandeln Asphalt mit neuen Techniken in Kraftwerke, Navigationssysteme und Schadstofffilter. Die Super-Highways der Zukunft bringen uns sicherer, schneller und umweltfreundlicher voran.

Was kommt heraus, wenn man Straßen mit SmartphonesSmartphones kreuzt? Andreas Klok Pedersen, Partner des dänischen Architekturbüros Bjarke Ingels Group, hat auf diese Frage spektakuläre Antworten: In seinem Plasti City genannten Konzept gleichen die Chausseen der Zukunft riesigen Displays aus LED-Leuchten. "Straßen reagieren auf ihre Umwelt", sagt er. Alles zu Smartphones auf CIO.de

Fahrspuren, Verkehrsschilder und Ampeln gibt es nicht mehr - stattdessen organisiert sich der Verkehr spontan: Bunte Pfeile im Boden zeigen an, wohin computergesteuerte Autos fahren. Leuchtende Kreise markieren Fußgänger, um sie besser sichtbar zu machen. Und am Wochenende verwandeln die Leuchtmarkierungen die Straße in einen Marktplatz oder ein Fußballfeld.

So ausgefallen die High-Tech-Vision klingt, die Pedersen in Berlin-Mitte verwirklichen will - sie zeigt, welches Potenzial für neue Mobilitätsideen in unseren Städten buchstäblich auf der Straße liegt. Selbst wenn Teile der Infrastruktur zu vergreisen drohen. Gebaut wird weiter massiv: Tag für Tag sprießen neue Verkehrsadern ins Land. Bis 2050, schätzt die Internationale Energie Agentur (IEA), werden für 33 Billionen US-Dollar neue Straßen ausgerollt. Die Länge der weltweiten Verkehrswege erreicht dann 70 Millionen Kilometer. Die von ihnen bedeckte Fläche wäre so groß wie Deutschland.

Verschwendung

Dieses Terrain nur als Rollbahn zu verwenden halten Forscher zunehmend für Verschwendung. Sie glauben, dass unser Straßennetz - das größte Bauwerk, das die Menschheit je errichtet hat - viel mehr sein kann als nur eine elend lange, dumme Teerwüste. Wenn Autos intelligent werden und Handys smart - warum sollen dann nicht auch Straßen neue Aufgaben erfüllen?