Akademische Karriere wird immer unattraktiver

Frauen und Männer wählen ihre Arbeitgeber anders aus

14. Dezember 2007
Von Nina Gut
Die Merkmale besonders attraktiver Arbeitgeber sehen für jeden anders aus. Die Top-Studentinnen und ihre männlichen Kommilitonen sind sich da zumindest gar nicht einig. Frauen wünschen sich Kollegen, die zu ihnen passen, und bevorzugen Arbeitgeber, die gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Männer motiviert die pure Begeisterung für das Produkt. Das sind zentrale Ergebnisse einer Arbeitgeberstudie der Karriere-Online-Plattform e-fellows.net in Zusammenarbeit mit McKinsey & Company.
Nummer-eins-Kriterium bei der Jobauswahl: die Begeisterung für das Produkt.
Nummer-eins-Kriterium bei der Jobauswahl: die Begeisterung für das Produkt.

Die Befragung bringt eine wahre Kluft zwischen den Geschlechtern zu Tage. Bei sechs von 24 Kriterien für die Wahl des Arbeitgebers unterscheidet sich das Ranking von Frauen deutlich von dem der Männer: Für Frauen ist die Identifikation mit den künftigen Kollegen am allerwichtigsten. Männer hingegen setzen dieses Kriterium auf Platz zwölf. Am drittwichtigsten ist für Frauen die Verantwortung der Firma gegenüber der Gesellschaft. Für Männer ist das eher nebensächlich (Rang 14). Männern sind dagegen die Wachstumsaussichten und die Zukunftssicherheit wichtig (Platz fünf). Das spielt für Frauen nur eine geringe Rolle (Platz 18).

Auch die Risikofreude von Talenten bei Bewerbungen könnte unterschiedlicher kaum sein. Männer kontaktieren auch Unternehmen, bei denen sie sich nur geringe Chancen auf einen Arbeitsplatz ausrechnen. Frauen bewerben sich dagegen nur, wenn sie glauben, ihr Ziel auch erreichen zu können. Neben der Wahrscheinlichkeit des Bewerbungserfolgs ist auch die Work-Life-Balance den Frauen viel wichtiger als den Männern. Internationalität ist Frauen dagegen völlig egal (Rang 24 und damit letzter Platz). Die Männer aber voteten dieses Kriterium auf Platz elf.

Ziemlich einig sind sich die Geschlechter bei der Begeisterung für die Produkte und Dienstleistungen. Die steht für Männer an erster Stelle. Für Frauen ist sie das zweitwichtigste Merkmal. Somit ist das Produkt an sich insgesamt der wichtigste Treiber im Auswahlprozess. Einigkeit besteht auch darin, dass die Arbeit Spaß machen sollte (Rang drei bei Männern, Rang fünf bei Frauen). Gehaltssteigerungen sind für beide Geschlechter eher unbedeutend.

Auch die beliebtesten Branchen wurden nach Geschlechtern aufgeschlüsselt. Beide haben noch immer die gleiche Lieblingsbranche: den akademisch-wissenschaftlichen Bereich. Fast ein Fünftel der weiblichen High Potentials will dort KarriereKarriere machen. Bei den Männern sind es ein Prozent weniger. Bei der zweitbeliebtesten Branche scheiden sich die Geister. Fast neun Prozent der Frauen wollen in die Unternehmensberatung, bei den Männern sind es aber fast 15 Prozent. Alles zu Karriere auf CIO.de