Auftrag Projektleiter

Freiberufler sollten wie Bergführer handeln

29. Oktober 2013
Leiten Freiberufler ein Projekt, brauchen sie das richtige Führungsverständnis und müssen Hand in Hand mit dem Projektleiter des Kunden agieren. Uwe Kiser, selbständiger Unternehmensberater und zertifizierter Projekt-Manager, beschreibt die Anforderungen an externe Projektleiter.

Einsatz bestmöglich vorbereiten

Bereits bei der Projektanbahnung werden entscheidende Weichen für das Projekt gestellt. Werden hier wichtige Faktoren übersehen, potenzieren sich die Folgeprobleme im Projektverlauf. Der FreiberuflerFreiberufler muss sehr früh beurteilen können, um welche Aufgabe es sich handelt: „Was ist mein Auftrag?“. Die Erwartungshaltung des Kunden sollte der Freiberufler ganz am Anfang klären. Je nach Komplexität der Aufgabe können in einer Vorphase Projektziele und -umfang herausgearbeitet werden. Alles zu Freiberufler auf CIO.de

Uwe Kiser, selbständiger Projektmanager: "Freiberufler müssen die Grundmuster menschlichen Verhaltens verstehen und Gruppen- und Leitungsprozesse kennen."
Uwe Kiser, selbständiger Projektmanager: "Freiberufler müssen die Grundmuster menschlichen Verhaltens verstehen und Gruppen- und Leitungsprozesse kennen."
Foto: Kiser

Möchte der Kunde die FührungFührung des Projekts an den Freiberufler übertragen, sollte immer auch ein Kundenprojektleiter bestimmt werden. Dieser ist verantwortlich für die interne Kommunikation, das Projekt-Marketing und die Organisation von Managementmeetings. Der Freiberufler unterstützt ihn bei diesen Aufgaben. Mit Zertifizierungen in Projekt-Managementmethoden und ITILITIL können sich Freiberufler optimal auf diese Aufgaben vorbereiten. Neben den fachlichen Kenntnissen und methodischen Erfahrungen spielen auch die Soft Skills eine entscheidende Rolle. Daher sollte sich der Freiberufler zusätzlich mit Themen wie Teamführung, Konflikt-Management oder emotionale Intelligenz auseinandersetzen. Alles zu Führung auf CIO.de Alles zu ITIL auf CIO.de

Verhalten und Leitung in Projekten

Wichtig ist, dass der Freiberufler eine wahrnehmende und annehmende Haltung einnimmt. Durch zielgerichtete Fragen sollte zuerst Klarheit in den Themen geschaffen werden, bevor über Lösungen diskutiert wird. Der größte Nutzen kann erzielt werden, wenn das Team in die Lage versetzt wird, die Lösung selbst zu erarbeiten und umzusetzen. Der Freiberufler kann hierbei die Rolle eines
systemischen Begleiters einnehmen, der mit einem Bergführer im Hochgebirge vergleichbar ist. Der Bergführer kennt die verschiedenen Wege (Alternativen) und hat die erforderlichen Erfahrungen (Fachwissen, Methoden).

Freiberufler sollten wie Bergführer im Hochgebirge agieren: Er kennt verschiedene Wege (Alternativen) und hat die erforderlichen Erfahrungen (Fachwissen, Methoden).
Freiberufler sollten wie Bergführer im Hochgebirge agieren: Er kennt verschiedene Wege (Alternativen) und hat die erforderlichen Erfahrungen (Fachwissen, Methoden).
Foto: ARochau - Fotolia.com

Bei Bedarf wechselt er in die Rolle des Lehrenden und hilft dem Team fachlich und methodisch. Das Team muss aber lernen, den Weg der Umsetzung selbständig zu gehen, bis alle Etappen (Arbeitspakete/ Meilensteine) erreicht sind. Es bringt nichts, wenn einzelne Mitglieder zurückfallen oder sich verlaufen, während der Bergführer und andere Mitglieder bereits am Gipfelaufstieg arbeiten. Workshops werden ineffizient, wenn nicht darauf geachtet wird, dass alle die Aufgaben verstanden haben und die festgelegte Route (Vorgehensweise) aus Überzeugung oder im Idealfall mit Begeisterung gehen. Arbeitspakete und Budgets lassen sich mit gängigen Projekt-Controlling-Methoden und ToolsTools überwachen. Der Freiberufler agiert dabei als klassischer Projektleiter. Alles zu Tools auf CIO.de

Erfolgreiche Kooperation und Kommunikation

Der Freiberufler sollte eine Atmosphäre schaffen, in der die Teammitglieder so sein dürfen, wie sie sind. Widerstände und Störungen sollen möglich sein und können als wertvoller Beitrag für die Lösungsfindung angesehen werden. Meist kann die Arbeit am Sachthema nach einer konstruktiven Auseinandersetzung mit ausgesprochenen Widerständen oder Bedenken zielgerichtet fortgesetzt werden.

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