Volkhart Matthäus neuer Konzern-CIO

Fröschl verlässt Siemens

Der CIO des Münchener Konzerns verlässt das Unternehmen Ende Juni und wechselt zu einem neuen Unternehmen. Sein Nachfolger wird Volkhart Matthäus, bisher Leiter der internen Konzernrevision bei Siemens.

Fröschl (52) gehe auf eigenen Wunsch und wechsele zu einem anderen Unternehmen, sagte eine Unternehmenssprecherin. Bislang ist noch nicht bekannt, um welches Unternehmen es sich handelt. Der neue CIO Volkhart Matthäus (61) hat bisher nichts mit IT zu tun. Bei seiner Besetzung handele es sich nicht um eine Übergangslösung, so die Sprecherin.

Ob andere Gründe, wie nicht erreichte Sparziele, den Ausschlag für seinen Fortgang gaben, darüber gibt es nur Spekulationen. Fröschl nannte in einem Interview mit unserer Schwesterpublikation Computerwoche den Sparkurs der IT als "weltweit einmalig". Danach hat die Siemens-IT im Geschäftsjahr 2003 die ITK-Kosten von 4,1 Milliarden Euro auf 3,7 Milliarden Euro gesenkt.

Statt der bislang eingeschlagenen "Best-of-Breed-Strategie" fährt Siemens neuerdings den Kurs "Go for profit and growth". Bei der Umsetzung der neuen Leitlinie kommt dem IT-Bereich eine besondere Bedeutung zu, weil die IT mit 800 Millionen Euro den höchsten Betrag bis Ende 2005 einsparen soll.

Nach Ansicht von Helmuth Gümbel, Berater bei Strategy Partners, ist die Position des Siemens-CIO ein sehr schwieriger Job, weil der Konzern sehr föderativ aufgestellt sei. Direkte Richtlinienkompetenzen besitzt der CIO gegenüber den Geschäftsbereichen nicht. Er kann nur Projekten seine Zustimmung versagen, falls sie gegen zentrale Leitlinien verstoßen. Umgekehrt kann er aber nicht ohne Zustimmung der Konzern-Töchter verbindliche Systeme im ganzen Konzern einführen und konzernweite ProjekteProjekte starten. Mit dem neuen CIO würden diese "Bremsfunktionen" vermutlich noch erweitert, so Gümbel. Alles zu Projekte auf CIO.de

Er gibt zu bedenken, ob es für Siemens angesichts der Unternehmenskultur und Größe des Konzerns überhaupt sinnvoll ist, die IT zentral zu betreiben. Die IT sollte sich eher auf Infrastrukturleistungen für den Konzern beschränken, während die Geschäftsbereiche alles weitere selber machen.