"IT-Wissen für CIOs bald nicht mehr so wichtig"

Fünf Fragen, ein CIO

29. Juli 2009
Von Christa Manta
Mehr Kommunikation, mehr Fantasie, weniger IT: So sieht der Job des CIOs in 20 Jahren aus, glaubt Matthias Moritz, CIO der Bayer HealthCare AG. Standards werden die IT dominieren, die er sich auch für die Business Intelligence (BI) wünscht.
Matthias Moritz vermisst noch den praktikablen BI-Standard. Deshalb entwickelt er ein eigenes Business-Intelligence-System. "Ein komplexes Thema", sagt der CIO der Bayer HealthCare AG.
Matthias Moritz vermisst noch den praktikablen BI-Standard. Deshalb entwickelt er ein eigenes Business-Intelligence-System. "Ein komplexes Thema", sagt der CIO der Bayer HealthCare AG.
Foto: Bayer HealthCare AG

1. Welches Thema aus dem Bereich BI fasziniert sie gerade?

Moritz: Mich fasziniert die bunte Vielfalt an Lösungen auf dem Markt und dass wir von einer Standardlösung für Business Intelligence noch weit entfernt sind. Ich würde es sehr begrüßen, wenn man auch in der BI endlich zu einer relativ einfachen Lösung käme, die man standardmäßig einsetzen kann, wie zum Beispiel SAP im ERP-Umfeld. Dann hätte man auch mehr Zeit und Luft für Innovationen.

2. Welches Thema bereitet Ihnen Kopfschmerzen?

Moritz: Wir sind gerade dabei, ein eigenes Business-Intelligence-System zu entwickeln, das sowohl Datenverfügbarkeit als auch User-Freundlichkeit unter einen Hut bringt. Das ist nicht einfach bei einem derart komplizierten und vielfältigen Thema. Hinzukommt, dass wir ein sehr komplexer und international aufgestellter Konzern sind. Unternehmen, die etwa nur Schrauben herstellen, tun sich wahrscheinlich leichter.

3. Wie sieht Ihr Job in 20 Jahren aus?

Moritz: Schwer zu beantworten. Ich nehme an und ich hoffe auch, dass die Informationstechnologie in Zukunft standardisierter ist. Dass man für den Job des CIO künftig weniger IT-Wissen und mehr Kommunikations- und Marketing-Begabung braucht. Ich wünsche mir mehr Visionen und Fantasie für mein Berufsfeld. Aber auch, dass es sich mehr am Geschäft orientiert. Heute unterhält sich die IT doch mehr mit der Service-Abteilung, denn mit der Geschäftsentwicklung. Dabei kann man dem Endkunden auch als IT-ler einen Added Value liefern. Ein kleines Beispiel: Wir könnten als Pharma-Unternehmen über Tablettenschachteln nachdenken, die daran erinnern, dass eine Pille fällig ist.

4. Welches Buch lesen Sie gerade beruflich? Und privat?

Moritz: Aktuell lese ich kein Buch für den Beruf. Spannend fand ich aber den Titel "Service-orientiertes IT-Management" von Rüdiger Zarnekow, Axel Hochstein und Walter Brenner. Da geht es um Themen, die mich beschäftigen: Mithilfe von Commodity und Standardisierung Zeit und Geld sparen.

Was ich auch witzig und spannend fand war "Simplify your IT" von Isabel Jäger, Rolf Schumann und Werner Tiki Küstenmacher, der übrigens evangelischer Pfarrer ist. Das Buch ist klein und knackig geschrieben und auf 140 Seiten steht alles drin, was man wissen muss.

Privat lese ich das Handbuch zu Cubase 4. Cubase ist eine Sequenzer-Software für die Musikproduktion.

5. Wofür hätten Sie gerne mehr Zeit?

Moritz: Für Cubase 4. (lacht) Ich spiele Gitarre und Bass und meine Leidenschaft ist die Musikproduktion. Für meine Familie hätte ich auch gerne mehr Zeit. Wobei das ganz gut zusammen passt. Denn meine Frau ist Sängerin und Sprechtrainerin, und wir haben in dem Bereich ein kleines Familienunternehmen.

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