Beliebteste Arbeitgeber

Für Informatiker bleibt Google erste Wahl

24. Oktober 2013
Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 18 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisert.
Junge Informatiker wollen attraktive Aufgaben, sich persönlich entwickeln, Wertschätzung erfahren und - für Google arbeiten.
Google ist seit Jahren einer der Traumarbeitgeber für junge Informatiker.
Google ist seit Jahren einer der Traumarbeitgeber für junge Informatiker.
Foto: Google

Sie sind noch nicht lange im Job, haben aber schon genaue Vorstellungen, was sie von ihrem Arbeitgeber erwarten: Junge Informatiker wollen attraktive Aufgaben, sich schnell weiterentwickeln, Wertschätzung vom Chef und den Kollegen erfahren und am liebsten für GoogleGoogle, deutsche Autobauer wie BMW und Audi oder große IT-Hersteller wie SAPSAP, IBMIBM und MicrosoftMicrosoft arbeiten. Das geht aus einer Umfrage des Berliner Trendence Instituts unter 6300 jungen Berufstätigen hervor, darunter knapp 500 mit IT-Hintergrund. Alles zu Google auf CIO.de Alles zu IBM auf CIO.de Alles zu Microsoft auf CIO.de Alles zu SAP auf CIO.de

Jedes Jahr klopfen die Marktforscher die Erwartungen der Jungakademiker ab, jedes Jahr beobachten sie steigende Ansprüche. Felizitas Janzen von Trendence meint: "Das liegt unter anderem am gestiegenen Selbstbewusstsein einer Bewerbergeneration, die weiß, wie gefragt sie ist." Den eigenen Marktwert taxiert das Gros der Befragten als hoch, mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 56.500 Euro im Jahr verdienen Informatiker auch gut 4.000 Euro mehr pro Jahr als Young Professionals anderer Fachrichtungen.

So zufrieden der Nachwuchs mit der finanziellen Seite des Jobs ist, so groß ist die Enttäuschung über den Führungsstil in vielen Unternehmen. Nur jeder zweite Umfrageteilnehmer fühlt sich von seinem Arbeitgeber wertgeschätzt, obwohl die meisten beruflichen Erfolg dahingehend definieren, dass Kollegen und Vorgesetzte sie und ihre Meinung anerkennen. Ebenfalls nur jeder Zweite identifiziert sich mit dem Arbeitgeber und würde ihn Freunden oder Bekannten empfehlen.

Enttäuschte Berufseinsteiger

An dieser Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität sind laut Trendence-Frau Janzen auch die Unternehmen schuld: "Einige Arbeitgeber oder Medienberichte wecken unrealistische Erwartungen an das Berufsleben. Ein Berufsanfänger ist dann schnell enttäuscht, wenn er sich langsamer weiterentwickelt als erhofft. Zugleich sollte klar sein, dass die Wünsche eines Arbeitnehmers nie zu hundert Prozent erfüllt werden können." Darum empfiehlt sie Bewerbern wie Unternehmen, vor der Anstellung zu klären, ob man übereinstimmende Vorstellungen von Aufstiegschancen, Unternehmenskultur oder Organisationsstrukturen habe. Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssten zueinander passen. Nur dann brächten Mitarbeiter auch die nötige Geduld auf, wenn das Traumprojekt oder die Beförderung noch auf sich warten lassen.

"Cultural Fit" ist ein Schlagwort, an dem keiner vorbeikommt, der bei Google arbeiten will. Und das werden von Jahr zu Jahr mehr, glaubt man den Umfragen unter deutschen IT-Absolventen. Im aktuellen Trendence-Ranking wählten Informatiker den Internet-Konzern erneut auf den ersten Platz der Wunscharbeitgeber (Platz zwei im allgemeinen Ranking). Der anhaltenden Beliebtheit verdankt das Unternehmen auch eine Fülle von Bewerbungen, die erst den nötigen Spielraum für das "konsensbasierte RecruitingRecruiting" schafft, wie es Frank Kohl-Boas, Personalchef von Google Deutschland und Nordeuropa, nennt. Jeder der mindestens vier Interviewer muss zustimmen, sonst erhält der Kandidat kein Vertragsangebot. Alles zu Recruiting auf CIO.de