Bloomberg-Fake

Gefälschter Bericht beflügelt Twitter-Aktie

15. Juli 2015
Eine gefälschte Meldung über eine 31 Milliarden Dollar schwere Kaufofferte für Twitter hat den Aktienkurs des Unternehmens am Dienstag zwischenzeitlich um über acht Prozent steigen lassen.

Der Text erschien auf einer Website, die dem Online-Auftritt der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg nachempfunden war (der Link funktioniert mittlerweile nicht mehr). Obwohl an Details wie der URL-Adresse eigentlich gut ersichtlich war, dass es sich um eine Fälschung handelte, verbreitete sich die Nachricht schnell über die sozialen Netzwerke - nicht zuletzt über TwitterTwitter - und ließ die Aktie für kurze Zeit kräftig in die Höhe schießen. Erst ein Dementi von Bloomberg beendete den Kursanstieg. Alles zu Twitter auf CIO.de

Neon-Kunst in der Twitter-Zentrale in San Francisco
Neon-Kunst in der Twitter-Zentrale in San Francisco
Foto: Twitter

Über Urheber und Absicht kann zunächst nur spekuliert werden. Durch die richtigen Finanzwetten könnten Betrüger an den Kursschwankungen durchaus viel Geld verdienen. Der Text enthält allerdings leicht vermeidbare Fehler, die eher nicht auf ausgebuffte Profis hindeuten. So wurde beispielsweise der Name von Twitters Ex-Chef Dick Costolo falsch geschrieben ("Costello").

Nein, das ist nicht Elvis Costello.
Nein, das ist nicht Elvis Costello.
Foto: Twitter / Marla Aufmuth

Erst im Mai hatte ein gefälschtes Übernahmeangebot für die Kosmetikfirma Avon Products, das auf der offiziellen Internetseite der US-Börsenaufsicht SEC auftauchte, für Aufsehen gesorgt. Die Behörde verdächtigt einen Mann aus Bulgarien, den Aktienkurs gezielt manipuliert zu haben, um daraus Profit zu schlagen.

Twitter-Mitgründer Evan Williams, mittlerweile vor allem mit Medium unterwegs, hat gestern auf einer Konferenz der Zeitschrift "Fortune" mit Journalistenlegende Walter Isaacson gesprochen. Er sehe Twitter mittlerweile vor allem als Nachrichtensystem, sagte @Ev - das unterstreicht auch eine aktuelle Pew-Studie - und findet, Twitter sollte sich stärker als Plattform positionieren (allerdings nicht unbedingt für Third-Party-Entwickler). Zur Roadmap verriet Williams nur vage, dass Twitter "neue Produkte und Einnahmequellen" in der Pipeline habe. (dpa/tc)

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