Das nächste Apple-Smartphone

Gerüchte und Einschätzungen zum iPhone 6

01. August 2013
Von Moritz Jäger
Die Gerüchteküche um das iPhone 6 brodelt. Wir haben die aktuell wichtigsten Fragen zusammengestellt und geben Antworten.
Was bringt das nächste Apple iPhone? Wir geben Antworten.
Was bringt das nächste Apple iPhone? Wir geben Antworten.
Foto: Moritz Jäger

Es ist Sommer und traditionell die Zeit, in der Apple die nächste Generation seiner Smartphones der Öffentlichkeit vorstellt. Und wie immer brodelt kurz zuvor die Gerüchteküche. Wir haben die wichtigsten Fragen und Gerüchte im Web zusammengesucht und liefern neben den Antworten unsere Einschätzungen dazu. Wie immer gilt: Diese Informationen sind alles andere als final und Apple kommentiert vorab nichts.

Wann kommt das iPhone 6?

Die wichtigste Frage zuerst: Wann kommt das Smartphone? Im Web liefern sich selbsternannte Experten einen Ratewettstreit – tatsächliche Daten sind wie immer schwer zu bekommen. Sieht man sich die letzten Veröffentlichungen an, zeichnet sich ein Zeitraum zwischen Juni (iPhone 1, iPhone 3GS) und Oktober (iPhone 4S) ab.
Einschätzung: Das iPhone 4S kam auch deswegen im Oktober 2011, weil Steve Jobs in jenem Jahr gestorben war. Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass das nächste iPhone spätestens im September vorgestellt wird. Warum September? Damit Apple neben dem Weihnachtsgeschäft auch die auslaufenden Ein- oder Zwei-Jahres-Verträge mitnehmen kann.

Neues Gehäuse aus Plastik und Metall?

Mit dem iPhone 4 kamen ein neues Gehäuse und neue Probleme – hielt man das iPhone auf eine bestimmte Art und Weise, wurde der Anruf unterbrochen. Apple hat seitdem immer wieder mit dem Gehäuse des iPhones experimentiert, ohne dass wirklich radikale Neuerungen sichtbar wurden. Geht es nach Apple.pro und anderen, könnte das iPhone 6 in einem Gehäuse stecken, das eine Mischung aus Plastik und Metall ist.
Einschätzung: Es ergibt durchaus Sinn, dass Apple mit neuen Gehäusematerialien experimentiert. Zum Einsatz werden diese nur kommen, wenn die Haptik und das Design nicht beeinflusst werden. Angesichts der starken Konkurrenz von Samsung, HTC und Nokia kann sich Apple kein iPhone leisten, das einen "billigen" Eindruck macht.

Bildschirm und Home-Knopf

Mit jedem neuen iPhone kommt normalerweise ein besserer Bildschirm. Wie GottaBeMobile wissen will, nutzt Apple für das nächste iPhone ein 1080p HD Retina+ Display. Damit dürfte Apple sich die Krone im Smartphone-Markt zurückerobern und die Pixel-Pro-Inch-Anzahl weiter nach oben treiben. Für die Nutzer bedeutet das zwei Dinge: Apps müssten wahrscheinlich erneut an das neue Display angepasst werden – dafür hat man deutlich mehr Platz auf dem Bildschirm.
Gerücht Nummer 2 betrifft den Home-Button. Laut Business Insider könnte Apple künftig auf diesen verzichten und stattdessen eine Gestensteuerung einführen. Business Insider beruft sich auf einen Jeffries-Analysten – wobei Analysten vor allem bei Apple gerne auch mal falsch liegen.
Einschätzung: Das größere Display ist durchaus realistisch, wobei wir davon ausgehen, dass Apple den Bildschirm nur minimal anpassen wird, auch auf Rücksicht auf die Entwickler. Beim Thema Gestensteuerung dürfte der Analyst falsch liegen. Zwar ist iOS bereits seit längerem für diverse Gesten vorbereitet, dass deswegen der Home-Button komplett wegfällt, ist unrealistisch.

Prozessor, Kamera und Fingerabdruckleser

Aktuell setzt Apple auf einen Dual-Core-Prozessor, der logische nächste Schritt wäre eine CPU mit Quad-Core-Architektur. Bei der Kamera kommt Apple etwas unter Druck: Nokia verbaut eine 41-Megapixel-Kamera im Lumia 1020, Samsung baut eine Smartphone um eine Kamera herum. Techradar ist sich sicher, dass Apple im iPhone 6 mindestens einen Chip mit 13 Megapixeln nutzen wird. Das mobile Blog Boy Genius Report hat noch ein Schmankerl ausgegraben. Demzufolge könnte das iPhone 6 einen Fingerabdruckscanner enthalten. Einen Hinweis auf so eine Option findet sich angeblich in der iOS 7 Beta – diese enthält einen Ordner namens "BiometricKitUI".
Einschätzung: Der Fingerabdruckscanner zuerst: Der Ordner mag auf biometrische Funktionen hinweisen, diese sind aber vielfältiger als nur Fingerabdruckleser. So könnte es sich beispielsweise um eine Gesichtserkennung zum entsperren des Gerätes handeln oder um ein Passwort-System. Der neue Kamerachip ist dagegen durchaus realistisch, Sony (Hersteller der Chips) und Apple haben eine gute Partnerschaft und es gibt keinen Grund, dass Apple hinter Nokia oder Samsung zurücksteht. Beim Prozessor dagegen dürfte Apple zunächst bei einem Dual-Core-Chipsatz bleiben, vielleicht wird die CPU an sich verbessert.

Besseres LTE, neues WiFi und kabelloses Laden

LTE stellt beim aktuellen iPhone noch ein Problem dar, denn je nach Modell unterstützt das iPhone 5 nur einzelne Netzwerke, da es nicht alle in Deutschland relevanten LTE-Frequenzen beherrscht. Das soll sich mit dem nächsten Modell ändern – schließlich sind Mehrfach-Frequenz-Chips inzwischen weit verbreitet und die Konkurrenz ist Apple in Sachen LTE weit voraus. Beim Thema WLAN könnte sich laut Techradar ebenfalls etwas ändern: Apple scheint mit dem neuen Standard 802.11ac zu liebäugeln. Dieser erlaubt deutlich schnellere Übertragungsraten – eine entsprechende Netzwerkumgebung vorausgesetzt. Die dritte mögliche Neuerung in diesem Bereich ist kabelloses Laden: Ähnlich wie bei aktuellen Nokia-Smartphones könnte es möglich sein, dass sich das iPhone 6 über Induktion laden lässt.
Einschätzung: Der neue LTE-Chip dürfte gesetzt sein – die Multifrequenz-Chips sind inzwischen günstig zu haben und machen das iPhone fit für die LTE-Netze aller Anbieter. Beim Thema 802.11ac dagegen könnte es sein, dass sich Apple noch eine Generation Zeit lässt. Es gibt zwar bereits Netzwerkkomponenten, aber diese sind noch nicht weit genug verbreitet, um 802.11ac wirklich notwendig zu machen. Bei der Induktionsladung sind wir gespalten: Auf der einen Seite wäre es ein nettes Feature, auf der anderen Seite ist es nicht wirklich ein Killerfeature. Dementsprechend dürfte das Theme bei Apple nicht weit oben auf der Prioritätenliste stehen. (tö)

Autor: Moritz Jäger für CIO

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