Tablet-Boom, aber Personalmangel

Getrübtes Allzeit-Hoch in der IT

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Firmen investieren kräftig in IT - die Anbieter sind daher optimistischer denn je, zeigen Zahlen von Bitkom und SoftGuide. Wermutstropfen: der Fachkräftemangel.
Mehr Optimismus denn je: Das Geschäftsklima-Barometer von BITKOM.
Mehr Optimismus denn je: Das Geschäftsklima-Barometer von BITKOM.
Foto: BITKOM

Das Geschäftsklima in der IT- und Telekommunikationsbranche ist so gut wie nie – und das bereits zum zweiten Mal in Folge. Überbordender Optimismus wird sichtbar, wenn man auf das aktuelle Stimmungsbarometer des Branchenverbandes BITKOM schaut. Die Krise ist demnach nicht nur vorbei, sondern einem von neuen Produkten wie SmartphonesSmartphones und TabletsTablets befeuerten Boom gewichen. Bestätigt wird dieser Befund durch eine zweite Umfrage. Der Wolfsburger Dienstleister SoftGuide befragt ebenfalls regelmäßig IT-Anbieter und erzielte aktuell so positive Werte wie noch nie. Alles zu Smartphones auf CIO.de Alles zu Tablets auf CIO.de

BITKOM ermittelt seit zehn Jahren in jedem Quartal einen Index der Umsatzerwartungen in der Branche. Aktuell kletterte dieser Wert auf die Rekordmarke von 72. Bereits zur Jahreswende knallten die Silvesterkorken, weil mit 69 eine neue Bestmarke erreicht wurde.

Zur Einordnung: Im Herbst 2007 lag der Index auf einer seinerzeitigen Höchstmarke von 64. Dann brach die globale Finanz- und Wirtschaftkrise herein, und der Index purzelte 2009 auf -25 – einen satten Minuswert also. Die Erholung seither ist frappierend. Bereits vor einem halben Jahr bedeuteten 48 Punkte die Rückkehr auf ein Niveau, das in den Jahren vor der Rezession gängig war.

Das BITKOM-Allzeithoch korreliert mit dem Geschäftserwartungsindex der Wirtschaftsforscher vom ifo-Institut, der mit dem Wert von 18 ebenfalls so hoch liegt wie nie in den vergangenen sechs Jahren. Dieser Index war zwischenzeitlich auf -44 abgesackt. Vergleicht man beide Kurven, zeigen sich ähnliche Verläufe – wobei der ifo-Index schneller reagiert als jener von BITKOM. Das lässt darauf schließen, dass die nun ermittelte Bestmarke bald abermals geknackt werden dürfte.