Fehler machen und zulassen

Glück braucht kein Zufall zu sein

05. Juli 2012
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Glückskinder sind für Buchautor Hermann Scheer Menschen, die Chancen erkennen und nutzen. Führungskräfte helfen, wenn sie Mitarbeiter Fehler machen lassen.

Es gibt Menschen, deren Ideen, Projekte und Lebensleistungen immer wieder verblüffen. Menschen, die offenbar alles richtig machen. Wie machen die das? Dieser Frage geht Hermann Scherer in seinem Buch Glückskinder nach.

CIO.de: Wer sind die Glückskinder, von denen Ihr aktuelles Buch handelt?

"Glückskinder" von Hermann Scherer ist im Campus Verlag erschienen, 237 Seiten, 19,99 Euro.
"Glückskinder" von Hermann Scherer ist im Campus Verlag erschienen, 237 Seiten, 19,99 Euro.
Foto: Campus

Hermann Scherer: Für mich sind Glückskinder Menschen, die Chancen erkennen und sie dann auch nutzen. Ihr Glücklichsein wird nicht durch einen zufälligen Glückstreffer hervorgerufen, sondern durch eine Art zu leben, die es einem ermöglicht, dauerhaft Chancen zu entdecken und zu nutzen.

CIO.de: Wie gelingt das?

Hermann Scherer: Ein Rezept fürs Glücklichsein gibt es nicht. Mir geht es mehr darum, dass Menschen Chancen ergreifen, die sich ihnen bieten. Wer Eigenschaften wie Pragmatismus, die Fähigkeit zur schnellen Entscheidung, Mut und Risikobereitschaft mitbringt, tut sich damit sicherlich leichter als die anderen.

CIO.de: In Ihrem Buch sprechen Sie von der sogenannten Chancenintelligenz, die uns zu Glückskindern macht. Was meinen Sie damit?

Hermann Scherer: Jedem Menschen bieten sich in seinem Leben unzählige, ich würde sagen Millionen von Chancen. Man entscheidet selbst darüber, ob man sie nutzt und aus seinem Leben etwas Tolles macht oder eben etwas Langweiliges. Spätestens am Ende ihres Lebens denken die meisten noch einmal über die Vergangenheit nach. Selten bereuen sie das, was sie angepackt haben. Meist bedauern sie, was sie in ihrem Leben nicht getan haben.

Die Zeit als wertvoller empfinden

CIO.de: Sind dann eher die Menschen Glückskinder, die immer wieder etwas Neues machen?

Hermann Scherer: Eine israelische Forscherin hat herausgefunden, dass diejenigen ihre Zeit als wertvoller empfinden, die ständig etwas Neues machen. Viele von uns haben heute eine enorm hohe Zeitroutine. Während im Kindesalter andauernd neue Dinge passieren, werden Menschen mit dem Alter immer abgestumpfter. Die meisten verspüren dann Glück, wenn sie etwas getan haben, das ihnen nicht leicht gefallen ist. Dazu gehören zum Beispiel ein Schulabschluss oder die Teilnahme an einem Sportereignis.

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